| lalo moja, muhur sahibija, | O du mein Diener, du mein Siegelwahrer, |
| što mi zemlje i gradove čuvaš! | der du mir Städte und die Länder hütest! |
oder:
| Divan čini care u Stambolu | Divân beruft der Kaiser ein in Stambol |
| za tri petka i tri ponediljka; | dreimal je Freitags und dreimal je Montags; |
| svu gospodu sebi pokupio, | berief zu sich die Herren allzumal, |
| okupio paše i vezire: | berief die Paschen und Vezieren ein: |
| — Lale moje, paše i veziri! | — O meine Lalen, Paschen und Veziere! |
Ridžal arab. türk. Reisiger, übertragen: hoher Würdenträger zum redžal; albanesisch: ridžal, Advokat, griech. rhitzali. Vergl. S. 249 zu V. 211.
V. 25 u. 33. Neun erwählte Frauen. — »Von den Frauen des Sultans Ibrahîm führten sieben den Titel Chasseki, d. i. der innigsten Günstlinginnen, bis zuletzt die achte, die berühmte Telli, d. i. die Drahtige, ihm gar als Gemahlin vor allen angetraut ward. Eine andere hiess Ssadschbaghli, d. i. die mit den aufgebundenen Haaren. Jede dieser sieben innigsten Günstlinginnen hatte ihren Hofstaat, ihre Kiaja, die Einkünfte eines Sandschaks als Pantoffelgeld, jede hatte einen vergoldeten mit Edelsteinen besetzten Wagen, Nachen und Reitzeug. Ausser den Sultaninnen Günstlinginnen hatte er Sklavinnen Günstlinginnen, derer zwei berühmteste die Schekerpara, d. i. Zuckerstück und Schekerbuli, d. i. Zuckerbulle hiess; jene ward verheiratet, diese aber stand zu hoch in der Gunst, um je verheiratet zu werden. Die Sultaninnen Günstlinginnen erhielten Statthalterschaften zu ihrem Pantoffelgeld, die Schützlinginnen Sklavinnen hatten sich die höchsten Staatämter vorbehalten.« J. von Hammer-Purgstall, Geschichte des Osmanischen Reiches, Pressburg, 1835, V, S. 255 f.
Zu V. 37. Kafirhänden. Im Text: u kaurina, türk. gjaur, gjavir, aus dem arab. ci Kafir, pers. gebr, der Ungläubige.
V. 38–39. Die Nennung dieser drei Städtenamen, sowie späterhin Temešvars, hier eine dichterische Freiheit. Die Eroberung von Erlau (Egra) und Kanísza bilden Glanzpunkte der Regierung Mohammed III. (verstorben 22. Dezember 1603). Über Erlau vergl. Franz Salamon, Ungarn im Zeitalter der Türkenherrschaft (deutsch v. Gustav Turány), Leipzig, 1887, S. 125 f. u. besonders S. 138 ff. — Die Einnahme Ofens erfolgte im J. 1541. Soliman, der 1526 Ofen nicht besetzen wollte, nimmt es 1541 endgültig in seine Hand. Im J. 1543 setzte er seine Eroberungen fort. Der Sultan nahm zuerst die Burgen Valpó, Siklós und Fünfkirchen, darauf Stuhlweissenburg und Gran. Bis 1547 gehörte den Türken Peterwardein, Požega, Valpó, Essegg, Fünfkirchen, Siklós, Szegszárd, Ofen, Pest, Stuhlweissenburg, Simontornya, Višegrad, Gran, Waitzen, Neograd und Hatvan; jenseits der Teiss nur das einzige Szegedin, das sich im Winter 1542 freiwillig ergeben und als türkischer Besitz isoliert dastand. — Semendria (Szendrö) versuchten die Türken im J. 1437 einzunehmen, um sich den wichtigen an der Donau gelegenen Schlüssel des Morava-Tales zu sichern, aber das ungarische Heer unter Pongraz Szentmiklósi errang einen glänzenden Sieg über sie. Als sich 1459 die Festung Semendria an Mohammed II. ergab, gelangten zugleich zahlreichere kleinere Festungen in seine Gewalt. Serbien wurde zum Sandžak, und der Türke siedelte an Stelle der massenhaft in die Sklaverei geschleppten Einwohner, Osmanen in die Städte und führte daselbst seine Verwaltung ein. 1466 als König Mathias beschäftigt war in Oberungarn einige Aufrührer zur Ruhe zu bringen, lässt ein türkischer Pascha seine Truppen in Serbien einrücken und nimmt durch Überrumpelung die Festung Semendria. Vergl. Dr. Wilhelm Fraknói, Mathias Corvinus, König von Ungarn, Freib. i. Br., 1891, S. 70 ff.
Zu V. 59. »Verschliess dich in den festen Käfig.« — »Als nach Murads Verscheiden der Hofbedienten Schar mit Freudengeschrei an die Türe des Käfigs, d. i. des Prinzengemaches drang, um den neuen Herrn glückwünschend auf den Thron zu ziehen, verrammelte Ibrahîm die Tür, aus Furcht, dass dies nur List des noch atmenden Tyrannen Murad sei, um ihn, den einzigen überlebenden Bruder so sicher ins Grab voraus zu schicken. Mit ehrfurchtvoller Gewalt wurde die Tür erbrochen, und noch immer weigerte sich Ibrahîm der Freudenkunde Glauben beizumessen, bis die Sultanin-Mutter Kösem (eine Griechin) selber ihn von des Sultans Tod versicherte und ihre Versicherung durch den vor die Tür des Käfigs gebrachten Leichnam bestätigte. Da begab sich erst Ibrahîm aus dem Käfig in den Thronsaal, empfing die Huldigung der Veziere, Reichsäulen, Ulema und Aga, trug dann mit den Vezieren des Bruders Leiche selbst bis ans Tor des Serai und ward hierauf nach altem Herkommen osmanischer Thronbesitznahme zu Ejub feierlich umgürtet.« Bei J. v. Hammer, a. a. O., V, S. 215 f., unter Berufung auf Rycauts Continuation of Knolles II, p. 50. Die neu eröffnete otomanische Pforte t. 458.
Zu V. 75 ff. Am neunten Tage nach der Thronbesteigung fand die Umgürtung des Säbels in der Moschee Ejub in den durch das Gesetzbuch des Zeremoniels vorgeschriebenen Formen des Aufzuges und der Feierlichkeiten statt. Mit Sonnenaufgang versammelten sich alle Klassen der Staatbeamten im ersten Hofe des Serai. Die ausführliche Schilderung siehe bei Hammer, a. a. O., IV2, S. 499–550.