V. 23. Die Rupien sind weich, weil Gold ein weiches Metall ist. Weiche Rupien sind goldene Rupien. — Mit indischen oder persischen Rupien zahlte man dazumal in Dalmatien nicht, sondern mit Zechinen oder Dukaten, aber dem Moslim ist Rupie der Begriff von Goldgeld. Ein Dukaten galt zehn Rupien.

V. 32. Türk. tabja, Schanze; aber im serb. Bastion, Bastei, wofür ich einmal in einem Guslarenliede das serbische Wort zaravanak fand. Auf der Bastei standen die Kanonen aufgepflanzt:

ajte sužnji gradu po bedenu Eilt, Sklaven, auf dem Wall der Burg dahin
pa udrite puškam od obraza, und feuert drein vom Antlitz mit den Büchsen,
ja ću biti sa tabalj topovma! von den Basteien schiess ich aus Kanonen!

V. 34. Vlaški Zadar. Vlah kann hier sowohl den Italiener als den Christen bezeichnen. In den verschiedenen Gebieten des slavischen Südens hat das Wort auch gar verschiedene Bedeutung. Der slavonische Katholik bezeichnet damit verächtlich den Altgläubigen, der Serbe im Königreich den Rumänen usw.

V. 45. Die Ladenflügel eines türkischen Geschäftladens sind zwei Klappen; die obere wird gehoben und oben an einem Ringe in der Wand eingehängt, so dass sie zugleich in ihrer horizontalen Lage als Schirm gegen die Sonne dient, die untere ersetzt wieder Ladenpult, Sessel und Tisch. Der Kunde setzt sich gelassen auf den unteren Flügel mit unterschlagenen Beinen nieder und der Kaufmann lässt ihm vor allem einen Kaffee reichen. Erst nachdem man sich eine lange Weile ausgeschwiegen oder ausgesprochen hat, sagt der Kunde so nebenher, was er braucht. Das Geschäft wickelt sich gewöhnlich glatt ab, denn der Türke weicht vom festgesetzten Preis nicht ab und denkt sich: ‘Kauft es der nicht, kauft es ein anderer. Ich kann warten. Die Zeit kostet ja nichts, und ob die Ware beim Käufer oder bei mir liegt, hält den Zeitenlauf doch nicht auf. Darum soll sie nur bei mir liegen!’ Kauft man nichts, ist’s auch gut. Man braucht nicht einmal nach einer Ware zu fragen. Der Moslim bietet sie von selber keinem an. Wenn es einmal das Schicksal bestimmt hat, dass die Ware verkauft werden soll, geht sie schon von selber ab. Also ist das Reden zur Unzeit zweckloses Bemühen.

V. 56. »Er schaut nicht, wo der Maurer das Loch gelassen hat,« würde man bei uns sagen.

V. 65. Dijete ist hier Page. Als solcher ist Sekula ohne Waffen. Die bekäme er erst als Knappe. Nur seine kindliche Unerfahrenheit konnte ihn zu dem Pagenstreich verleiten, gegen den wohlbewaffneten Moslim loszugehen. Der straft ihn anfänglich auch nur mit stummer Verachtung; denn ein Ritter balgt sich mit einem Weib, einem Geistlichen oder einem Kinde nicht herum.

V. 99. Der Beg war mit einem aus Stahldraht geflochtenen Panzerhemde bekleidet.

V. 101. Alamanka. Es ist ein alamanischer, allgemein bekannter Stossdegen gemeint, mit gerader, schmaler, zwei- oder dreischneidiger Klinge. Ein moslimischer Edelmann trug einen solchen gewöhnlich mit, um als Ritter kenntlich und nie wehrlos zu sein.

V. 116. Der Kunstgriff des Beg bestand darin, dass er einen Amoklauf nachahmte. Vor dem Amokläufer, einem Besessenen, läuft alles scheu davon, während man einen gewöhnlichen Mörder auf der Flucht auch mit Steinwürfen aus der Ferne unschädlich zu machen sucht. Der Amoklauf war auch den Serben wohlbekannt. Ich habe in meiner Sammlung ein Guslarenlied, das den Vorgang sehr klar veranschaulicht.