V. 118. Der Riegel am Burgtor wurde durch einen Federmechanismus vorgeschoben. Der Beg zerbricht die Feder und kann dann ohne Anstrengung den Riegel zurückschieben. Ispuśćali (man liess los) weist darauf hin, dass dem Guslar-Dichter die Einrichtung gewiss auch genau bekannt war.

V. 135. Die Kleidung des Ban war derart über und über mit Gold beladen, dass man von ihm zu Ross nur ein wenig heraussah.

V. 150. ‘Das ebene Narentagebiet’, eine poetische Figur. Eben ist hier ‘wegsam’ im Gegensatz zu dem unwegsamen Hochgebirge.

V. 158. Der Paša hat seinen Sitz im šeher, der (offenen) Stadt. Warum der Guslar das Adjektiv šerin gebraucht, verstehe ich nicht.

V. 162. jali [žive] bege jali [njihove] m. g. Entweder liefere mir die Begen lebendig oder deren tote Köpfe ein.

V. 173. Delibaša Zugführer, Feldwaibl.

V. 205. Zum Pagendienst gehörte auch die Obliegenheit, die erhitzten Pferde der Ritter langsam herumzuführen, damit sie sich abkühlen. Hatte der Junge in solchen Fertigkeiten eine Übung erlangt, stieg er auf zum Knappen und ward bewehrt. Als vollwertiger Genosse wurde er vom Häuptling zum Ritter geküsst, wenn ihm auf einem Abenteuerzuge eine Mordtat geglückt war. Anders konnte einer in die Mördergemeinschaft keinen Einlass finden. Das Verbrechen eint die Menschen fester als Liebe. So ist z. B. zur Aufnahme in die chrowotisch-patriotische Maffia zumindest die Ablegung eines Meineides vor Gericht unerlässlich, wenn sich sonst keine andere Gelegenheit zur Verübung eines Verbrechens darbietet, durch dessen Mitwissenschaft die Häupter der Maffia über den Anfänger Gewalt erlangen.

V. 225 und 304. Milovan selber erklärte mir beim Verlesen des V. 304: zlaćenu jabuku mit glavu, das Haupt.

V. 280, 286, 350 und 407: bolan ist ein elliptischer Satz: bolan ne bio! Sollst nicht krank sein! Der Ausruf, um einer bösen Vorbedeutung vorzubeugen. Man sagt auch im gleichen Sinne, wenn man wirklich ein Leiden hat und es erkundigt sich wer darnach, z. B. groznica me, daleko ot tebe, das Fieber schüttelt mich, fern sei es von dir! Polnische Juden drücken sich ähnlich aus: ‘nit Ihnen gesōgt!’, um dem Frager nichts Böses an den Leib zu wünschen. Landau, seinerzeit in Lemberg ein berühmter Gelehrter und Witzkopf, erreichte ein sehr hohes Alter und konnte zuletzt die Stube nicht mehr verlassen. Als er so einmal zu Bette lag, kam ein Lemberger Bürger zu ihm zu Besuch und fragte ihn: ‘Wos fehlt euch eigentlich, Rebeleben?’ — Schlagfertig antwortete der Greis: ‘Alterschwäche plōgt mech, nit euch gesōgt!’ — Da der ursprüngliche Sinn von ‘bolan’ verloren ging und das Wort zu einer Interjektion herabkam, musste ich es darnach an den einzelnen Stellen verschieden verdeutschen.

V. 320. Das Lebendigschinden als alte Strafe für Treubruch, um den Ehrlosen für alle Zeiten zu kennzeichnen. Vrgl. J. Grimm, D. Rechtsaltertümer, 18994, II, S. 291.