V. 341. Odžak, odžaklyk, erbliche Familiengüter für Untertanen. Vrgl. Hammer, Gesch. d. osm. R. VII. 64.

V. 351. evak erklärte Milovan unbefragt mit: evo ovako (siehe auf solche Weise).

V. 355. Car čestiti geben die Übersetzer ständig mit ‘wackerer Kaiser’ wieder. Braucht ein Kaiser gleich einem Bierteutonen ein so nichtssagendes Lobwörtlein aus dem Munde eines armseligen Bošnjaken?! Gewiss nicht, und dem Guslaren fällt es auch nicht ein. Čestit ist nur durch den Verszwang und den abgeschliffenen Sprachgebrauch zum Beiwort von car geworden, ist aber in Wahrheit, wie oben bolan, nur das Bruchstück eines elliptischen Satzes. Es geht nicht an, den Namen ‘Kaiser’ auszusprechen, ohne ihm einen Segenspruch anzuhängen, wie dies sonst bei festlichen Gelegenheiten im Alltagleben üblich ist. Man bringt einen Trinkspruch aus: Brate Joco! čestit bio! čestita ti na ramenu glava! čestit bio i ko te je rodio usw. ‘Bruder Joco! Sollst glücklich sein! glücklich sei dein Haupt auf deinen Schultern! Glücklich sei auch der, so dich gezeugt hat!’ Ursprünglich lautete also unsere Formel: car, čestit bio! ‘der Kaiser, er soll glücklich leben!’ oder kurz, ‘unser Kaiserleben!’ Ob man diese Erklärung des ‘—leben’ als Anhängsel an Vornahmen im judendeutschen Sprachgebrauche nur auf ein missverstandenes leve = lieb zurückzuführen hat, wie Dr. M. Güdemann meint (in der Geschichte des Erziehungwesens und der Kultur der Juden in Deutschland während des XIV u. XV Jahrh. Wien 1888, S. 109 f.), wäre vielleicht im einzelnen näher zu untersuchen.

V. 371. silistar, türk. silihdar, Reisige, vrgl. Hammer I. 95; Waffenträger, Schwertträger I. 494; II. 234; 472; V. 450; 464.

V. 374. Ercegovina gebe ich ständig mit ‘Herzogtum’ oder ‘Herzogland’ wieder, indem ich das deutsche Wort in seine ursprüngliche Fassung rückübersetze. Der Einwand, das man nicht wisse, welches Herzogtum gemeint sei, ist mit Hinblick auf die Umgebung des Wortes, nichtig. Stefan Vukčić (1435–1466), Sohn Sandalj Hranić’s, Gründers der selbständigen Herzogdynastie, nahm im J. 1448 den Titel an: božijom milosti humski herceg (Durch Gottes Gnade Herzog des Humgebietes). Darnach erhielt das Land den Namen hercegova zemlja (Herzogland) oder Hercegova, Hercegovina. Vom Kegelberg (hum) in der Narentamulde in Mostar hatte das Land seinen älteren Namen Humska, Zahumlje (Hinterhumland).

V. 401. jan türk. Seite, jandal seitwärts, po na jandal ziemlich abseits.

V. 403. Der Apfel auf der Zeltstange als Zeichen der Reichmacht; die drei hegenden Drähte um das Zelt herum sollen Neugierige warnen und wohl auch Pferde abhalten, am Zelt ihr Gebiss zu versuchen.

V. 490. Majković ist unbeweibt. Obgleich ihn die edelgeborene Frau Ljubović als ihren Schwager ehrt und Gebieter heisst, weiss er doch in diesem Falle, dass er verwaist ist, also, dass niemand seinen Tod so wie den Ljubović’s betrauern würde.

V. 501. Er fasst die Reise nach Konstantinopel richtig als eine Katabasis auf, er hätte sie aber gleich Xenophon in ähnlicher Lage auch als eine Anabasis bezeichnen können.

V. 506. Der Bosnier stutzt seines Rosses Schweif nicht; wenn er mit ihm durch einen Morast watet, schlägt er ihm in den Schweif bloss einen Knoten ein.