Robineau. Nun, das Geschäft ist wichtig genug, denk' ich.
Selicour (zu Madame Belmont). Excusieren Sie.
Mad. Belmont. Er belustigt mich. Selicour. Er ist sehr kurzweilig.
Robineau. Peter, der Kärrner, meinte, der Vetter habe sich in Paris seine Pfeifen gut geschnitten.—Als er noch klein war, der Vetter, da sei er ein loser Schelm gewesen; da hätt's geheißen: Der verdirbt nicht—der wird seinen Weg schon machen!—Wir hatten auch schon von Ihm gehört; aber die Nachrichten lauteten gar zu schön, als daß wir sie hätten glauben können. Wie wir aber nicht länger daran zweifeln konnten, sagte mein Vater zu mir: Geh hin, Christoph! Suche den Vetter Selicour in Paris auf! Die Reise wird dich nicht reuen— Vielleicht machst du dein Glück mit einer guten Heirath.—Ich, gleich auf den Weg, und da bin ich nun!—Nehmen Sie mir's nicht übel, Madame! Die Robineaus gehen gerade aus; was das Herz denkt, muß die Zunge sagen—und wie ich den lieben Herrn Vetter da so vor mir sah, sehen Sie, so ging mir das Herz auf.
Mad. Belmont. Ei, das ist ganz natürlich.
Robineau. Hör' Er, Vetter, ich möchte herzlich gern auch mein Glück machen! Er weiß das Geheimniß, wie man's anfängt; theil' Er mir's doch mit.
Selicour. Sei immer rechtschaffen, wahr und bescheiden! Das ist mein ganzes Geheimniß, Vetter, weiter hab' ich keins.—Es ist doch alles wohl zu Hause?
Robineau. Zum Preis Gottes, ja! Die Familie gedeiht. Der Bertrand hat seine Susanne geheirathet; sie wird bald niederkommen und hofft, der Herr Vetter wird zu Gevatter stehen. Es ist alles in guten Umständen, bis auf Seine arme Mutter.—Die meint, es war' doch hart, daß sie Noth leiden müsse und einen so steinreichen Sohn in der Stadt habe.
Selicour (leise). Halt's Maul, Dummkopf!
Mad. Belmont. Was sagt er von der Mutter?