Thekla. (zur Gräfin)
Verschont mich—Singen—jetzt—in dieser Angst
Der schwer beladnen Seele—vor ihn singen—
Der meine Mutter stürzt ins Grab!

Herzogin.
Wie, Thekla, Launen? Soll dein güt'ger Vater
Vergeblich einen Wunsch geäußert haben?

Gräfin.
Hier ist die Zither.

Thekla. O mein Gott—Wie kann ich— (Hält das Instrument mit zitternder Hand, ihre Seele arbeitet im heftigsten Kampf, und im Augenblick, da sie anfangen soll, zu singen, schaudert sie zusammen, wirft das Instrument weg und geht schnell ab.)

Herzogin.
Mein Kind—o sie ist krank!
Wallenstein.
Was ist dem Mädchen? Pflegt sie so zu sein?

Gräfin.
Nun weil sie es denn selbst verrät, so will
Auch ich nicht länger schweigen.

Wallenstein.
Wie?

Gräfin.
Sie liebt ihn.

Wallenstein.
Liebt! Wen?

Gräfin.
Den Piccolomini liebt sie.
Hast du es nicht bemerkt? Die Schwester auch nicht?