Mit schwankenden Knieen trat ich in die Laube, die rund herum dicht überwachsen war. Sie saß im Hintergrunde derselben. Ich trat hinzu und überreichte ihr die Blumen, ohne einen Laut hervorbringen zu können.
Für mich, mein lieber Wilhelm? sagte sie.
»Für Sie, gnädigste Gräfin! Ich habe sie selbst gezogen!«
Sie müssen das ganze Beet geplündert haben, so viel sind es!
»Auch nicht eine einzige, die schön war, ist stehen geblieben!«
Es folgte eine Pause. Ich weiß nicht, wer von uns beyden in der größten Verlegenheit war. Um die ihrige zu verbergen, zog sie den Duft meiner Blumen ohne Aufhören in sich. Ich bestrebte mich zu sprechen, und über diesem Bestreben ward ich stummer und stummer.
»Sie pflegen immer viel, sehr viel zu geben, Wilhelm!« hub sie endlich, in Bezug meiner letzten Worte, wieder an.
O, immer zu wenig, rief ich, immer zu wenig! –
»Auch Todesgefahr nennen Sie wenig?«
Sie lächelte mit nassen Blicken auf mich her.