»Gott, was soll aus mir werden!« rief sie: »Er sagt es dem Herrn!«

In dem Augenblick trat Lisette in die Laube.

»Hier! hier!« sagt' ich, indem ich auf die Gräfin zeigte, »Hülfe!« – Es fehlte mir an Athem und Worten und das gewaltsame Klopfen meines Herzens drohete mir die Brust zu sprengen. Ich eilte dem alten Tobias nach. Er war todtenblaß, und die Augen standen ihm voll Wasser. Ich nahm ihn bey der Hand –

»O, wenn du doch ein Schurke wärst, Wilhelm,« sagte er, und die Thränen rollten ihm in den grauen Bart: »mit Freuden wollte ich meine Pflicht thun!«

Er stand still, faltete beyde Hände fest in einander, und sah mit starren Blicken zur Erde.

»Ja,« rief er nach einigen Augenblicken: »Ja, er muß es wissen, ich kann es nicht verschweigen!« –

»Tobias,« rief ich und umschloß ihn, und drückte ihn an mein Herz, »lieber Tobias!« –

Er machte sich sanft von mir los, und ein heftiges Schluchzen ließ ihn nicht zu Worten kommen.

»Und wenn du ein Wilddieb wärst,« sagte er endlich: »so wollte ich dir durch die Finger sehen.« –

Er schluchzte von neuem heftiger.