Mit diesen Worten verließ er mich.

Von diesem Tage an besuchte ich die H** Straße mit leichterm Herzen, und hatte sogar den Muth, Malchen von der Seite anzusehen, wenn ich sie grüßte. Aber hinauf zu gehen und mit ihr zu sprechen? Es hätte eines Riesenarmes bedurft, um mich in das Haus zu schieben.

Funfzehntes Kapitel.
Eine Hiobspost.

Dies Unwesen trieb ich gegen vier Wochen, ohne mich nur einen Schritt näher an sie zu wagen, und doch war ich unbeschreiblich glücklich.

»Wissen Sie wohl, Lemberg« – sagte der vorhin erwähnte Officier auf der Wachparade zu mir: »aber, was sollten Sie's nicht wissen! Fräulein von Lehmniz ist Braut!«

Ein Donnerschlag! Ich versicherte ihm mit zitternder Stimme: das wüßte ich nicht.

»Freylich muß ihr ein reicher Graf lieber seyn, als ein Fähndrich,« fuhr er fort: »aber lassen Sie sich kein graues Haar darüber wachsen. Sie sind nicht der erste, dem es so geht!«

Ich stieß mit meinem Rohre große Löcher in den Sand.

»Kennen Sie den Bräutigam?«

Ich schüttelte mit aufeinander gebissenen Zähnen den Kopf.