Aber, was soll nun werden? sagte Frau von Lehmniz.
»O, ich wollte, daß du mit deinen Fragen« – sagte der Alte: »Der Kopf ist mir ja so verrückt, daß ich noch nicht 'mal weiß, was geschehen ist, viel weniger, was geschehen soll. – Beym T** du kannst mir ja doch eine Viertelstunde Bedenkzeit gönnen!«
Wir wollen den Papa allein lassen! sagte Fräulein Louise – komm Malchen, du sollst mir erz–
»Durchaus nicht! Ihr sollt alle hier bleiben!« rief der Oberste. Louischen trat trostlos zurück.
»Noch eins, Jettchen« – sagte er zu Frau von Lehmniz: »examinire 'mal die da (auf Malchen zeigend) ob nicht – Henker! Du verstehst mich ja! Geh doch! Du weißt, als es noch kleine Krabben waren –«
Frau von Lehmniz nahm Malchen bey der Hand und führte sie zum Zimmer hinaus. Louischen wollte hinterdrein, aber die Thür ward ihr vor der Nase zugedrückt. Sie ging ans Fenster und die hellen Thränen schossen ihr über die Backen.
Mich nahm der Alte beyseite und sagte halblaut, halbleise: »Springinsfeld, hat der Teufel sein Spiel gehabt?«
Mir schoß mein ganzes Blut ins Gesicht und ich bebte ärger als ein Missethäter.
»Ja, Junge? Nicke nur, oder schüttle, wenn du es nicht sagen kannst!« Ich konnte weder nicken noch schütteln. Nicken wollt' ich nicht, und schütteln konnt' ich nicht, mithin stand mein Kopf wie eingerammelt.
Du sollst es ja nicht sagen! Nicke, oder schüttle doch nur! Du schüttelst nicht? Mithin ist es richtig! Nicht? – Du schüttelst nicht? – Es ist richtig, es ist richtig! rief er auf einmal und ließ mich los – Jettchen, komm 'rein, es ist richtig!