Er wälzte mir durch diesen Vorschlag einen Stein vom Herzen. Mir war gerade so zu Muthe, als damals, wo ich auf meinem großen Ritterzuge nach L** Malchen mit verschlossenen Augen am Fenster zu sehen glaubte. Wir kehrten um, gingen aber sehr langsam, woran jedoch mein Begleiter nicht schuld war.

In wenig Augenblicken hörte ich die Stimme der Gräfin nahe hinter mir. Sie sprach stärker, als gewöhnlich – »Vermuthlich,« dachte ich bey mir selbst: »damit ichs hören soll!« – Aber ich hatte nicht den Muth, mich umzusehen.

»Warum laufen Sie vor mir, mein lieber Doktor?« rief sie meinem Begleiter zu, und es that mir weh, daß sie nicht mir zurief.

Wir standen still, und sie trat näher.

»Was macht Ihr Patient?«

Er antwortete, ich schwieg unzufrieden.

»Wird ihm die Bewegung nicht schaden?«

Ich hoffe nicht! sagte er.

Auch nicht eines Blickes würdigt sie mich! sagte ich bey mir selbst, und meine Unzufriedenheit stieg –

»Sehn Ihr' Gnaden wohl, wie blaß der arme Wilhelm aussieht?« sagte die Kammerjungfer.