[732] Lippert. A. a. O. — Peschel warnt mit Recht, auf eine Gleichgültigkeit gegen geschlechtliche Reinheit aus dem Mangel eines sprachlichen Ausdruckes zu schliessen, durch welchen Jungfrau und Frau unterschieden werden (Peschel. Völkerkunde. S. 219). Solche Unterscheidungen fehlen den sittenstrengen Abiponen, wie auch den Buschmännern. Betreffs der letzteren scheint indes Peschel dem Zeugnisse Chapmans, wonach sie nur Neigungsehen schliessen, zu viel Gewicht beizulegen, denn es stehen diesem zahlreiche Gewährsmänner entgegen, die durchaus keine so günstige Deutung zulassen.

[733] Labiis minoribus abscissis labiae majores inde a Veneris monte usque ad vaginam sanando ita copulantur, ut fistula sola ad urinam fundendam pateat.

[734] Beschrieben von Dr. Peney im Bulletin de la Société de géographie von Paris, 1859. Bd. I. S. 341–388 und „Ausland“ 1859. S. 822.

[735] Dr. H. H. Ploss. Das Kind in Brauch und Sitte der Völker. Stuttgart 1876. Bd. I. S. 314–324.

[736] Torale, sicut est mos judaicus et persicus, non inspiciunt. Novae nuptae tamen maritus mappam manu capit: mane autem puellae mater virginitatis signa viris muliebribusque domi ostendit eosque jubilare jubet, quod „calamitas domestica“, sc. filia, intacta abiit. Si non ostendeant mappam, maeret domus, „Prima enim Venus“ in Arabia „debet esse cruenta“. Maritus autem humanior, etsiamsi absit sanguis, cruore palumbino mappam tingit et gaudium fingens cognatis parentibusque ostendit; paululum postea puellae nonnulla causa dat divortium. Hic urbis et ruris mos idem est. (Burton. Personal Narrative of a pilgrimage to El-Medinah. Bd. III. S. 82).

[737] Et quella medesima notte sposó la Imperatrice in presentia del Cardinal Salviati. Am folgenden Tage aber wurde die „Mappa“ für die Granden feierlich ausgestellt. So versichert ein Augenzeuge, der damalige venezianische Gesandte. (Viaggio fatto in Spagna del Magnif. Mssr. Andrea Navigiero. Vinegia 1563. S. 13.)

[738] Eine ausführliche Schilderung des ganzen Verlaufes gab nach russischen Quellen Dr. O. Asboth im Archiv f. Anthropologie. Bd. XIII. S. 317–321. Zeigt sich aus irgend einem Grund der Mann unfähig, den entscheidenden Akt zu verrichten, so vollführt entweder die Freiwerberin die Zerreissung des Hymen mit den Fingern, oder man beauftragt den ältesten Freiwerber oder einen Ehrengast, einen Mann von soliden Sitten und Benehmen, die Zerreissung mittelst der Beiwohnung zu vollziehen.

[739] Krauss. Sitte und Brauch der Südslaven. S. 461–462.

[740] Louise von François schreibt sehr richtig: Eine Frau hat keine Ehre.... Was Ehre ist, wissen nur Männer, denn sie allein wissen für dieselbe einzustehen. Bei den Weibern heisst das Ding anders... nämlich Keuschheit und Treue. (L. v. François. Der Posten der Frau. Stuttgart o. J. Kollektion Spemann. Bd. XCIV. S. 104.)