Wenn es genügender Trost ist, Unglücksgefährten zu haben (socios malorum), so könnten wir fast zur Heiterkeit zurückkehren, so viel übler sieht es aus in Neapel, Prag, Paris. Im Fall die französische Republik an den heranrückenden Gefahren stirbt, schwindet manche Hoffnung deutscher Demokraten (welche z. B. in Maueranschlägen den hiesigen Reichstag auffordern, Hecker höflichst einzuladen); aber ob wir dann nicht noch schneller in Krieg verwickelt werden, läßt sich nicht voraussehen. Louis Napoleon ist, des bloßen Namens halber, weder ein Friedens- noch ein Kriegsheld; sondern ein Aushängeschild, eine Firma, für welche Andere handeln wollen.

Heute beginnt die Berathung über die einstweilige vollziehende Gewalt. Die Ansichten gehen weit aus einander, und die Bemühungen der Linken, durch Unterschriften (vor aller Berathung und Erörterung) eine Verpflichtung zu bestimmtem Abstimmen herbeizuführen, muß ich, mit vielen andern tüchtigen Männern bestimmt mißbilligen. Zu den Hauptfragen und Streitpunkten dürften folgende gehören:

1) Ist es nothwendig, oder nicht nothwendig, vor Entwerfung einer dauernden Verfassung, auf kurze Zeit eine vollziehende Gewalt vorläufig zu gründen?

2) Soll dieselbe anvertraut werden 1, 3, oder mehr Personen?

3) Wer soll dieselben ernennen? Die Regierungen; oder in welchem Verhältniß sollen diese an der Ernennung Theil nehmen?

4) Welche Rechte soll die vollziehende Gewalt erhalten?

5) In welcher Weise soll sie ihre Beschlüsse zur Ausführung bringen?

6) Welche Minister sind nothwendig, und welche Stellung sollen sie zu den Direktoren und zum Reichstage erhalten? u. s. w. u. s. w.

Ihr seht, des Stoffes ist genug zu Streit und zu Versuchen. Die Woche wird wohl hingehen, bevor wir zu einer, hoffentlich nicht ganz thörichten, Entscheidung kommen.

Die Sitzung dauerte heute von 9–½3 Uhr. Zuerst ein Bericht über die böhmisch-tschechische Frage, wo man beschloß, eine große Proklamation zu erlassen, während man die Deutschen in Prag todtschlägt.