2) Endete die gewaltige Aufregung über die Polen mit einem Siege der deutschen Sache, und einer einstweiligen Bestätigung des Friedens mit Rußland.

3) Haben Mißgriffe das sich auflösende Preußen aufgeweckt und zum Selbstbewußtsein gebracht.

4) Sieht man täglich mehr ein: der Gegensatz, Deutschland oder Preußen, sei ein thörichter. Eins kann nicht bestehen ohne das Andere.

5) Hat die Linke, trotz alles Skandals, in der Amnestiefrage eine völlige Niederlage erlitten, und wird sie bei der Frage über Hecker’s Wahl morgen wieder erleiden.

6) Hat das ungezogene Benehmen der Galerien endlich die meisten Abgeordneten überzeugt: man dürfe den souverainen Pöbel nicht länger hätscheln und mit dem Volke verwechseln. Zum geistigen und leiblichen Wohle der Versammlung werden, wie ich höre, schon morgen an 800 Menschen weniger eingelassen und die gewonnenen Räume zu nützlicheren Zwecken verwandt. Als gestern wohl 1500 bis 2000 Menschen hinausgetrieben waren, konnte man erst wieder bessere Luft einathmen. Vorher, zum Ohnmächtigwerden!


Sechsundvierzigster Brief.

Frankfurt a. M., den 10. August 1848.

Die Zeit hat mir nicht erlaubt zu meinen sechs gedruckten „in der Paulskirche nicht gehaltenen Reden,“ noch andere hinzuzufügen. Ich hatte sonst Lust eine zu halten über die Abschaffung der deutschen Geschichte“, etwa folgenden Inhaltes: „Die pariser Tage des Februar haben nicht blos den Franzosen, sondern auch den Deutschen die Freiheit gebracht! Mit dem Jahre 1848 beginnt das Leben unseres Volkes; was dahinter liegt, war Tyrannei der Könige, der Fürsten, des Adels, der Patricier, der Zünfte, der Bischöfe, der Pfaffen; ein unwürdiger, erbärmlicher Zustand, den zu achten Verrath, den zu vergessen ein Glück, den zu verdammen eine Pflicht, mit welchem sich zu beschäftigen, ein widerwärtiges, ekelhaftes Geschäft ist.

So ertönen mancherlei Stimmen mit solcher Sicherheit und Anmaßung, daß ihnen zu widersprechen, Tollkühnheit und Thorheit zu sein scheint. Und warum auch widersprechen? Die neue Lehre ist ja so bequem, der Weg so kurz, das Ziel nahe und unfehlbar, und die neue Weisheit leicht zu behalten. Zwar findet sich der Anfangspunkt des Deutschen nicht in Deutschland, sondern in Paris; auch ist seine Lebensdauer noch nicht so lang wie die eines Kindes, und es hat noch weniger die Kinderkrankheiten überstanden. In seiner durch französische Gevatterschaft geheiligten Geburtsstunde, liegt jedoch eine Bürgschaft für die Ewigkeit und das Jahr 1848 wiegt tausend Jahre früherer Geschichte auf. Hiemit, meine Herren, wäre denn freilich von Etlichen die Abschaffung der deutschen Geschichte beschlossen, und diese Abschaffung scheint noch weniger Anstoß zu geben, als die des Adels und des Cölibats.