Achtundfunfzigster Brief.
Paris, den 8. September 1848.
Ich stellte gestern Hrn. Bastide vor:
1) Die Einwendungen über den Ausdruck: Reich und die Neuheit der Centralgewalt seien jetzt vollständig widerlegt.
2) Verliere, nach dem Vorgange Englands, Belgiens, Sardiniens u. s. w., die Frage: „was andere Staaten thun würden“ alles Gewicht.
3) Desgleichen die, über Verträge u. s. w. mit deutschen Regierungen. Alle hätten den Reichsverweser längst anerkannt, die Geschäftsträger von Österreich, Preußen, Baiern wünschten die baldige Annahme des Schreibens Sr. kaiserl. Hoheit; kein kleinerer deutscher Staat werde oder dürfe widersprechen, oder doch Deutschland und Frankreich einen solchen unzeitigen und unbedeutenden Widerspruch unberücksichtigt lassen.
Wenn also bei diesen Verhältnissen da, wo man auf die freundlichste Annahme gerechnet habe, die größten Schwierigkeiten erhoben würden, wenn ich allein dem mir gewordenen ehrenvollen Auftrage nicht genüge, so würden das Publikum und die Behörden zunächst annehmen: der Fehler liege an mir; mein Benehmen und Das, was ich gesagt oder gethan, sei der eigentliche Grund des Mißlingens. Man werde sagen: ich sei zu zaghaft und feige, oder zu ungeschickt und unhöflich gewesen, man werde mich als Sündenträger verstoßen und opfern u. s. w. Da nun aber in Wahrheit große Angelegenheiten nicht durch die Persönlichkeit untergeordneter Personen entschieden würden, so dürfe man sich nicht wundern, wenn Besorgliche zu der Vermuthung kämen: es müßten noch andere, wichtigere Gründe mit im Spiele sein u. s. w.
Hr. Minister Bastide erklärte hierauf wiederholt: er sei mit mir und meinem Benehmen vollkommen zufrieden und werde gern fernerhin mit mir verhandeln. Er fragte ferner: ob ich nicht ein förmliches Beglaubigungsschreiben als Gesandter mitgebracht habe. Ich erwiderte: mein Auftrag sei ein besonderer und außerordentlicher, und erst wenn derselbe erledigt sei, werde man in Frankfurt entscheiden, wer tauglich sei, hier ferner die Geschäfte zu führen.