Nachmittags.

In diesem Augenblicke weiß man schon in Berlin durch den Telegraphen, daß der Antrag des Ausschusses mit 283 gegen 252 Stimmen verworfen ist.

Ich verzweifle deshalb noch keineswegs; es ist noch nicht aller Tage Abend, und die Zögerung soll das Ziel nur noch bestimmter hinstellen, seine Natürlichkeit und Nothwendigkeit erweisen, die Frucht besser reifen lassen: — oder endlich dahin führen, daß wir zur Belehrung späterer Zeiten, als wohlgesinnte Zeugen, als Märtyrer für die Sache, für die Wiedergeburt, die Dauer, die Macht und Größe des Vaterlandes, in das Buch der Sorgen und Leiden eingezeichnet werden.

Aber mehr als je: nicht verzweifeln!

Hundertzweiunddreißigster Brief.

Frankfurt a. M., den 22. März 1849.

Ihren Brief vom 19. d. M. erhielt ich gestern Abend, und es war mir sehr trostreich zu sehen, daß Sie, trotz Ihrer doppelt schweren Sorgen und Leiden, ausharren und den Muth nicht verlieren.

Daß auch wir dessen bedürfen, wissen Sie bereits durch die telegraphischen Berichte; Sie erlauben aber auch wohl heute (wie zuvor), einige persönliche Bemerkungen über die großen Ereignisse auszusprechen.

Ich bin dadurch weniger niedergebeugt worden, als viele meiner Kollegen, weil mir (trotz aller hoffnungsreichen Berechnungen) der eingetretene Ausfall der Abstimmung nicht unerwartet war, weil ich die Möglichkeiten bereits hin und her überlegt hatte, und was man, im Fall einer Niederlage, thun müsse, um die unglücklichen Erfolge derselben zu vermindern.