Abb. 81. Statue des Apostels Bartholomäus im Mittelschiff.
Abb. 82. Statue der hl. Kunigunde im nördlichen Seitenschiff.
Die Apostelstatuen im Mittelschiff (Abb. [77] bis [81]). Dieselben sind Ausläufer der mit dem Umbau der Seitenschiffe begründeten Bildhauerschule und zeigen teils noch die Vorteile derselben durch glückliche Übersetzung der charakteristischen Merkmale ins Monumentale, teils auch schon deutlich den Verfall der Schule. Sie gehören der Zeit von etwa 1315 bis 1335 an. Bei der gegenwärtigen Restaurierung wurden sie sämtlich von der dicken Tünchkruste, mit der eine frühere Zeit nicht nur die Wände der Kirche, sondern auch die Statuen überzogen hatte, befreit. Die alte Polychromierung mit reicher Verwendung von Gold und auch die teppichähnlichen Hintergründe kamen hierbei wieder zum Vorschein und wurden von kundiger Hand renoviert.
Die Konsolen, welche die Wappen der Nürnberger Familien Ebner, Schreyer, Tucher, Kreß, Muffel, Knebel, Baumgartner, Neumarkter, Rieter tragen, haben die Gestalt von Kapitälen teils in schlichter Profilierung, teils mit reicher Ornamentik. Nur bei einer Konsole an der südlichen Pfeilerreihe findet sich figürlicher Schmuck: zwei zierliche Engelsfiguren flankieren einen mit Draperie umrahmten weiblichen Kopf.
An einem der Pfeiler des Mittelschiffes anstatt einer Apostelfigur die Statue Johannes des Täufers aus der gleichen Werkstätte wie die Apostel.
Ebenfalls als Ausläufer der gleichen Schule sind zu betrachten die beiden Statuen der heilige Kaiser Heinrich und Kaiserin Kunigunde (Abb. [82], [83]) im nördlichen Seitenschiff. Um 1330; mit den Wappen der Stromer aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das Zepter der Kaiserfigur ist neu.