Abb. 87. Kreuzschleppung von Adam Kraft.
Abb. 88. Eherner Taufkessel im Löffelholzchor.
An dem letzten nördlichen Pfeiler des Mittelschiffes (zugleich ehemaliger Vierungspfeiler) gegenüber der Kanzel die Statue des hl. Sebald aus der Zeit um 1390 (Abb. [86]). Sebald faßt mit der Rechten den Pilgerstab und hält mit der Linken das Modell eines gotischen, aus zwei Stockwerken bestehenden Chores. Stein in farbiger Fassung. Mit Konsole und Baldachin aus Stein. Die Konsole wird von einem Engel gebildet, welcher die auf einem Wappenschilde vereinigten, mit der Legende des Heiligen verknüpften Wappen von Dänemark und Frankreich samt den Wappen der Mendel, Volckamer und Haller trägt.
Am zweiten südlichen Pfeiler des Mittelschiffes ein Steinrelief mit der Kreuztragung von Adam Kraft (Abb. [87]) aus dem Jahre 1496.[IX] Das Relief war früher an der Stadtgrabenmauer am Steig beim Zeug- oder Kornhaus eingemauert und wurde nach Auflassung des Grabens zu Beginn des 19. Jahrhunderts in die Kirche St. Sebald verbracht, wo es an der bezeichneten Stelle als Altaraufsatz dient.
Komposition wie Ausführung erinnern stark an die Kraftschen Stationen in der Burgschmietgasse und an das Schreyersche Grabmal am Ostchor der Kirche. Der obere Teil des Rahmens ist ornamental behandelt. Höhe 2·30, Breite 1·10 m.
In der Mitte des Westchores ein eherner Taufkessel (Abb. [88]), etwa um 1410 entstanden. Um den Hals sowohl wie um den Kessel laufen in Reliefs Arkadenbögen, dort 12, hier 21, mit ebensovielen Figuren: Christus am Kreuz, Maria, Johannes, Apostel, Propheten und andere Heilige. Die übrigen Teile sind durch Ringe mehrfach profiliert und mit Weinranken verziert. Vor dem Hals stehen auf Postamenten, welche mit dem Fuß des Kessels organisch verbunden sind, in gleichen Zwischenräumen vier männliche Figuren, mit ihrem Häuptern gleichsam den Kessel stützend, von denen drei aus einer und derselben Gußform gegossen zu sein scheinen. Der Innenraum des Halses, der an der Nordseite mit einer Tür versehen ist, war für Heizung eingerichtet, um das für die Taufe bestimmte Wasser an Ort und Stelle wärmen zu können.