Der Taufkessel hatte dadurch historische Berühmtheit erlangt, daß in ihm am 11. April 1361 der nachmalige König Wenzel getauft worden sein und das Taufwasser besudelt haben soll. Dabei kursierte die andere Erzählung, daß man beim Wärmen des Taufwassers im Pfarrhof bei St. Sebald mit dem Feuer unvorsichtig umging, so daß der Pfarrhof abbrannte. Daß der Pfarrhof 1361 abbrannte, ist urkundlich nachweisbar. Beruht auch jene erste Anekdote auf Wahrheit, so hat es sich damals um den jetzt nicht mehr vorhandenen Taufstein gehandelt, womit dann auch übereinstimmt, daß das Wasser im Pfarrhof vorgewärmt wurde.
Der Taufkessel verdient weniger wegen der Ausführung des einzelnen als vielmehr wegen seiner originellen Gesamterscheinung Beachtung. Er ist das älteste bekannte Denkmal Nürnberger Gießkunst. Sein ursprünglicher Standort war wie der seines aus Stein gefertigten Vorgängers im Schiff der Kirche.
1572 wurde der Kessel gereinigt und unter den Fuß eine Steinplatte gelegt. Der einfach profilierte Holzdeckel stammt aus der Zeit der Spätrenaissance.
Im östlichen Joch des südlichen Seitenschiffes in einer Nische die Büste des Pfarrers an St. Sebald Friedrich Michahelles († 1903), von Fritz Zadow in griechischem Marmor ausgeführt.
2. Die Plastik im Ostchor.
Es folgt zunächst die Beschreibung der Statuen an der Ostchorwand, und zwar derjenigen neben den Fenstern auf den vom Chorbau herrührenden Konsolen in fortlaufender Reihe von der Brauttüre an.
Rechts über der nördlichen Sakristeitüre der Apostel Jacobus d. Ä. mit Pilgerhut, Tasche und Stab, lebensgroße Steinfigur. Um 1335. Einer der letzten Ausläufer der mit der Erweiterung der Seitenschiffe gegründeten Schule. Die „Renovierung“ der Barockzeit hat den Jacobus durch Beigabe eines Kirchenmodells in einen hl. Sebald verwandelt.
Links vom Mendelschen Fenster Christus als Weltheiland, die Weltkugel in der Linken, mit der Rechten segnend. Lebensgroße Holzfigur in der Art des Veit Stoß. 1657 wurde die Statue „aus dem Werkhaus in der Karthausen“ an den jetzigen Ort verbracht (Rechnungen im Freiherrlich von Tucherschen Familienarchiv). Aus dieser Zeit stammt der in Kupfer getriebene Heiligenschein. An der Konsole das Wappen der Tucher.