Die Tafelmalerei des Mittelaltares ist in der Kirche nicht durch erstklassige Werke vertreten. Auf diesem Gebiete ist die Sebalduskirche gegenüber ihrer Nebenbuhlerin, der Kirche St. Lorenz, zu kurz gekommen. Was sie aufzuweisen hat, sind nur Ableger der in Nürnberg blühenden Schulen des 15. Jahrhunderts. Um so mehr war die Kirche mit Wandmalereien, und zwar nicht nur mit Malereien von rein dekorativem Charakter, sondern mit einer großen Anzahl von in sich abgeschlossenen figürlichen Darstellungen ausgestattet. Dieselben gehören ebenfalls meist dem 15. Jahrhundert an und sind, was besonders hervorgehoben zu werden verdient, häufig in Öl gemalt.
Abb. 102. Verkündigung. Holztafelgemälde im Löffelholzchor.
Abb. 103. Krönung der Maria. Holztafelgemälde im Mittelschiff.
Die Tafelmalerei des 16. Jahrhunderts wird durch eine vorzügliche Arbeit der Frührenaissance und die des beginnenden 17. Jahrhunderts durch eine nicht unbedeutende Leistung repräsentiert.
Im Westchor an der Südwand hängen drei gleichgroße Gemälde: die Dornenkrönung mit den Wappen der Löffelholz und Münzmeister (um 1433), die Geißelung mit den Wappen der Löffelholz und Hummel (um 1435) und die Verkündigung (Abb. [102]) mit den Wappen der Löffelholz und Zollner (um 1448). Die Darstellungen sind auf Goldgrund gemalt. Auf den Bildern unten die Familienglieder des oder der Stifter. Die angeführten Datierungen beruhen auf den Forschungen Karl Gebhardts (a. a. O. S. 86–88), der die Verkündigung dem gleichen Meister wie das Imhoff-Volckamersche Epitaph mit der Geburt Christi (sieh unten) zuschreibt und geneigt ist, auch die beiden anderen Stücke, Dornenkrönung und Geißelung, diesem „Meister der Sebalder Epitaphien“, wie er ihn nennt, zu geben.
Am ersten nördlichen Mittelschiffpfeiler ein Holztafelgemälde mit der Krönung Mariä nach dem Holzschnitte des Marienlebens Dürers von einem seiner Nachahmer (Abb. [103]). Unten am Bild die Familienglieder des Stifters mit den Wappen der Imhoff, Tetzel, Holzschuher, Tucher, Löffelholz und Pömer. Um 1525. Imhoffsche Stiftung.