Im Bogenfelde des nördlichen Seitenschiffportales eine Auferweckung des Lazarus, Holztafelgemälde von Christian Ruprecht aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Unten rechts das Wappen der von Wimpfen. Stifter des Bildes war Johann Friedrich von Wimpfen (hingerichtet zu Nürnberg am 29. August 1668).
Am dritten nördlichen Chorpfeiler ein Holztafelgemälde mit der hl. Anna selbdritt zwischen den Heiligen Nikolaus und Katharina vom Meister des Imhoffschen Altares in der Lorenzkirche. Unten auf dem Bild die Stifterfiguren mit den Wappen der Imhoff und Rothflasch. Von Christian Baer restauriert. Stiftung Konrad Imhoffs aus dem 2. oder dem Beginn des 3. Jahrzehnts des 15. Jahrhunderts. Vgl. Gebhardt, Die Anfänge der Tafelmalerei in Nürnberg, S. 40 ff., wo wesentlich aus diesem Gemälde die Beeinflussung des Meisters des Imhoffschen Altares durch die Kunst des Gentile da Fabriano nachzuweisen versucht wird (vgl. über das Bild auch Redslob, a. a. O. S. 28).
Am zweiten nördlichen Chorpfeiler ein Holztafelgemälde mit der Kreuztragung in der Art des Wolgemut. Figurenreiche Darstellung mit dem an die Altenburg bei Bamberg erinnernden Kalvarienberg nach dem Stiche der Kreuztragung von Martin Schongauer (Thode, a. a. O. S. 193). Unten auf dem Bild die Familienglieder des Stifters mit den Wappen der Ebner, Tucher-Harsdörffer und Tucher-Rieter auf der linken und dem Wappen der Tucher nebst den Insignien des hl. Grabes auf der rechten Seite. Stiftung des Hans Tucher († vom Jahre 1485.
Am dritten südlichen Chorpfeiler ein Holztafelgemälde mit der Geburt Christi. Maria betet vor dem Christuskinde, über welches sich ein Engel beugt; links kniet Joseph, und von rechts kommen zwei Hirten herbei. Stark übermalt. Auf der Predella der Stifter mit seinen Familiengliedern (Frau, vier Söhnen und fünf Töchtern) und die Wappen der Imhoff und Volckamer. Stiftung Konrad Imhoffs wohl aus dem Jahre 1438, dem Todesjahre seiner Frau Klara, einer geborenen Volckamer (vgl. Gebhardt, a. a. O. S. 84 ff.).
An der Wand unterhalb des Mendelfensters, die ganze Breite zwischen den beiden Pfeilern einnehmend, ein Gemälde auf Holz von Hans Sueß, genannt Hans von Kulmbach, die Madonna mit Heiligen. Zum Andenken an Lorenz Tucher, Propst von St. Lorenz, gestiftet von dessen Stiefbruder Martin im Jahre 1513 (Tafel [XV]).
Das Gemälde ist dreiteilig nach Art der gotischen Flügelaltäre, jedoch als Votivgemälde gestiftet. Im Mittelbild thronend die Madonna mit dem Christuskind, zwei über ihrem Haupte schwebende Engel halten die Krone, zu ihren Füßen fünf musizierende Engel, seitlich des Thrones links die hl. Katharina und rechts die hl. Barbara, hinter derselben ein Schriftband mit dem Monogramm des Meisters und der Jahrzahl 1513. Auf dem rechten Feld die Heiligen Johannes der Täufer und Hieronymus, auf dem linken Feld die Heiligen Petrus und Lorenz, vor letzterem das Bildnis Lorenz Tuchers, dabei das Wappen der Tucher und eine Tafel mit folgender Inschrift:
| D · O · M · ET · SS · V · M · Lavrencivs Tuchervs, ivr · doc · d · lav ren · prepo · ratisp · cano · cvstos et vicem tenens · vir bonvs ervditvs integer · anima deo reddita · ossa in sepvl chro gentilicio sita · bene valeas et vigila viator qvisqvis es : bulla es · vixit virtvose ann · LV · mens · VII · di · XV . mori · ann · M · D · III · octavo · calend · april sola salvs servire deo : svnt cetera fravdes · |
Die Komposition stammt von einem jetzt in Berlin befindlichen Entwurfe Dürers vom Jahre 1511; der Entwurf ist ziemlich genau, wahrscheinlich auf Wunsch des Bestellers, eingehalten, nur statt des einen musizierenden Engels wurden fünf angebracht. Die venezianische Renaissancestimmung jedoch, die sich hauptsächlich im Kolorit ausspricht, ist auf Kulmbachs Lehrer Jacopo de Barbari zurückzuführen. Das Gemälde gilt in der Kunstgeschichte als eines der besten des Kulmbach. (Siehe Janitschek, Geschichte der deutschen Malerei. 1890, S. 375; Koelitz, Hans Sueß von Kulmbach und seine Werke. 1891, S. 54.).
1572 wurde das Bild von Nikolaus Juvenel restauriert, neuerdings im Auftrage der Freiherrlich von Tucherschen Familie trefflich wiederhergestellt durch den Konservator Andreas Mayer in Augsburg.
Über der Schautüre ein Holztafelgemälde des Johann Kreuzfelder, eines Schülers des Nikolaus Juvenel, vom Jahre 1603 mit Szenen aus dem Leben der ersten Menschen (Abb. [104]). Das Gemälde nimmt die ganze Breite der Wand mit dem Behaimschen Fenster und den Behaimschen Statuen der Heimsuchung ein. Die eigentliche Bildfläche ist seitlich abgerundet, die seitlichen Raumflächen enthalten, ebenfalls in Tafelmalerei, Stammbäume der Familie Behaim mit Wappen derselben. Am oberen Teil des Rahmens drei runde Medaillons mit Bildnissen dreier männlicher Mitglieder der Familie Behaim. Das Bild selbst zeigt in reicher von allerlei Tieren belebter Landschaft ohne äußerliche Abgrenzung die Erschaffung der Eva, Adam und Eva im Paradies und die Vertreibung aus demselben. Der niederländische durch Juvenel vermittelte Einfluß ist unverkennbar; vorzüglich sind die Akte. Behaimsche Stiftung.