„Anno dni M.CCCC.lxxiij [1473] An vnser lieben frawen abent würtzweyh verschid frawe barbara karl steilngers [Steinlingers] haußfrawe der got gnedig….
Darnach Anno dni... an sant valenti... [versch]id karl steinlinger dem... nad.“
Abb. 106. Darstellungen aus der Apostellegende. Wandgemälde im Ostchor.
Die Versuche, die stark abgeblätterte und nur noch lose anhaftende Ölmalerei von der Wand abzuziehen, mißlangen leider bei den Resten der eigentlichen Darstellung der Kreuzschleppung ganz. Dagegen konnte die Darstellung der Stadt Jerusalem leidlich gut und vollständig erhalten werden. Vorsichtig auf Leinwand übertragen hat sie jetzt ihren Platz in der nördlichen Turmhalle gefunden.
Unter den abgenommenen Resten dieses ganzen Ölgemäldes wurden endlich noch die zum Teil wohlerhaltenen Reste eines künstlerisch bedeutsamen Freskogemäldes entdeckt, das gleichfalls die Kreuztragung zum Gegenstande hatte und von dem die besterhaltenen Teile abgezogen und auf eine Mörteltafel gebracht werden konnten. Völlig unrestauriert sind sie auf dieser in der Bausammlung der Sebalduskirche, wo auch Photographien der beiden Kreuzschleppungen aufbewahrt werden, noch zu sehen. Die Wappen Steinlinger-Muffel, die sich darunter befinden, lassen erkennen, daß auch diese ältere Kreuztragung (1. Hälfte des 15. Jahrhunderts) eine Steinlingersche Stiftung war. Unter den übrigen Wappen läßt sich noch ein Großisches und eine weiteres Steinlingersches erkennen.
An der Wand vor dem Tucheraltar wurde die landschaftliche Darstellung eines Wallfahrtsortes mit reicher Staffage an Pilgern und Kranken aufgefunden, die in der Mitte einen unbemalten Raum als Hintergrund für eine Heiligenstatue aufweist. Dieses dem 15. Jahrhundert entstammende Wandgemälde wurde von der Wand abgezogen und auf eine Mörtelplatte gebracht. Es befindet sich jetzt im Chorumgang an der rechten Seite des Petrusaltars.
An der Wand bei dem Tucheraltar, zum Teil von diesem verdeckt, die wirkungsvollen Gestalten der hl. Elisabeth und des hl. Martin, 15. Jahrhundert.
Hinter dem Tucheraltar unter dem Stromerfenster ein Wandgemälde in Öltechnik mit zwei Kompositionen (Abb. [105]). Links Abendmahl und Fußwaschung; auf diesem Bilde links der kniende Stifter mit seinem Familienwappen, darüber die Inschrift: „Anno dm Mcccclxxlll Jar starb hanß starck vlrich starcken pruder am Donrstag vor dem heilighen Kristag dem got gnedig sei. amen. Anno 1627 durch Hanß Starken wieder verneurt worden, seines Aldters 79 Jahr.“[XIII] Rechts Christus am Ölberg; unten auf dem Gemälde in der Mitte die Wappen der Starck und Voit. Starcksche Stiftung von 1423.