Abb. 109. Detail vom Markgrafenfenster.

Stilistisch interessant durch den Wechsel von Spätgotik und Frührenaissance: Renaissancekostüm fast bei allen Figuren, gotisches Kostüm bei der Maria von Burgund, ausgesprochene Renaissance in der Architektur und in der Majuskelinschrift, dagegen noch vollständig gotisch der gemusterte Hintergrund bei Wappen und Figuren.

Das Glasgemälde wurde hergestellt im Auftrage des Kaisers Maximilian I. für den Preis von 200 fl.

9. Das Markgrafenfenster[XIX] (Abb. [109]). 1515 von Veit Hirschvogel d. Ä. wahrscheinlich nach einem Entwurf des Hans von Kulmbach gemalt.

Das Gemälde nimmt vom Sockel an neun Fensterreihen ein. Das Ganze ist als ein architektonischer Aufbau gedacht. Der Sockel in den beiden untersten Reihen ist durch Fenster und Nische belebt und zeigt eine Inschrifttafel. Darüber erheben sich sechs Etagen mit durchlaufenden Wandpfeilern in den äußeren Bahnen; in der obersten Etage ist den Wandpfeilern je eine Säule vorgelagert, welche zugleich als Stütze für den reich ornamentierten bekrönenden Giebel und dessen seitliche, Engel tragende Aufsätze in der letzten Reihe dient. Die mittleren Bahnen der Reihen 3 bis 8 enthalten 12 figürliche Darstellungen, in den äußeren Bahnen der Reihen 3 bis 7 sind 10 Wappen angebracht. Figuren und Wappen sind:

8. Reihe: Die Heiligen Maria und Johannes der Täufer, die Schutzpatrone des Hauses Hohenzollern.

7. Reihe: Wappen von Brandenburg, Friedrich der Ältere, Markgraf von Brandenburg-Ansbach und -Kulmbach, dessen Gemahlin Sophie von Polen, Wappen von Polen.

6. Reihe: Wappen des Landes der Kassuben und Wenden, Markgraf Kasimir, Markgraf Johann, nachmals Vizekönig von Valencia, Wappen des Landes der Kassuben und Wenden.