[32] Städtechroniken, I, 354: „Item in derselben jarzal (1379) am suntag nach Bartholomei des selben jars da weihet man sant Seboltz chor“ (Chronik bis 1434), III, 290: „darnach am suntag noch Bartolomei (1379) ward der neu kor an sant Sebolts kirchen zu Nuremberg geweihet“ (Meisterlein). Siehe auch Städtechroniken, I, Beil. II. Bezüglich der Baukosten: Städtechroniken, IV, 126: „Der (sant Seboltz kor) kostet 24.000 gulden on die suppen“ (Jahrbücher des 15. Jahrhunderts). Es können natürlich nur Goldgulden gemeint sein.
[33] In verschiedenen Baubeschreibungen der Kirche heißt es: 7 Seiten des Vierzehnecks. Infolge der Unregelmäßigkeiten im Chor führt eine Nachmessung nicht zu einem bestimmten Ergebnis; jedoch spricht die Konstruktion mehr für das Sechzehneck, und dem regulären Achteck des Binnenchores kann auch nur dieses entsprechen.
[34] Die Schautüre wurde erst 1480 ausgebrochen: „Item in dem jar (1480) da macht man die neu kirchtür zu sant Sebolt gegen dem rathaus und hieb pei 14 tagen hindurch.“ Städtechron. IV, 361 (Jahrbücher des 15. Jahrhunderts).
[35] Hinter der Chorgalerie befand sich rings um das Dach herum ein Gang, von dem aus die Stadtpfeifer bei festlichen Gelegenheiten spielten: „Und unser pfeifer 3 und 1 pusauner gingen auf sant Sebald kor und pfiffen auf 2 ort zu freuden oben umb den gank“ (1433). Städtechron. II, 24 (Endres Tucher). Ferner: „der stat pfeuffer waren auf dem chor sant Sebolt an sant Peter und Paulus tag“ — zur Feier des Krönung Sigmunds (in Rom) 1433, Städtechron. IV, 19 (Tuchersches Memorialbuch 1386 bis 1454). — Ob sich die Chorgalerie an der Westwand fortgesetzt hat, ist zweifelhaft. Wenigstens wurden von der alten Galerie, wenn eine solche hier wirklich vorhanden war, Reste nicht aufgefunden. Dagegen ist ein Mauerabsatz vorhanden. Es ist noch zu bemerken, daß die aufgesetzte gotische Giebelwand bedeutend geringere Stärke hat als die alte romanische Querschiffwand.
[36] Dehio und Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, II, 333 f. Max Bach im Repertorium für Kunstwissenschaft, XXIII, S. 377 ff. — Bei Dehio und Bezold wird der Bau der ganzen Kirche in die Zeit von 1351–1414 gesetzt. Die Inschrift am nördlichen Chorportal spricht aber ausdrücklich von der im Jahre 1351 erfolgten Inangriffnahme des Chorbaues; andererseits besteht über die frühere Entstehungszeit des Langhauses kein Zweifel, dessen Westportal auf Vergleiche mit Eßlingen, Reutlingen und Freiburg hin bestimmt in die zwanziger Jahre des 14. Jahrhunderts zu setzen ist. Die Angabe Bachs, daß in den Jahren 1326 und 1327 Altäre in der Kirche bestanden hätten, beweist für die Entstehungszeit des Langhauses nichts, da dieselben auch in dem damals noch vorhandenen romanischen Chor gestanden haben können, wie ja auch die romanischen Türme an den beiden Langseiten bis zu dem 1497 erfolgten Einsturz beibehalten worden sind.
[37] Das Inventarwerk des Königreichs Württemberg nimmt drei Bauperioden an (Band Neckarkreis, S. 183 f.): 1324–1332 der Chor, 1350–1360 die drei östlichen Schiffjoche und 1400–1420 die drei westlichen und der Turmunterbau.
[38] Vgl. für das Folgende: Neuwirth, Die Wochenrechnungen und der Betrieb des Prager Dombaues in den Jahren 1372–1378, Prag 1890, und Neuwirth, Peter Parler von Gmünd, Dombaumeister in Prag, und seine Familie. Prag 1891.
[39] Neuwirth gibt in seinen Wochenrechnungen (S. 401) noch das Jahr 1333 als Geburtsjahr des Peter Parler an, entscheidet sich aber in seiner späteren Publikation (Peter Parler und seine Familie) für 1330.
[40] Vgl. vor allem die ausführliche Abhandlung von Albert Gümbel, Meister Heinrich der Parlier der Ältere und der Schöne Brunnen, im 53. Jahresbericht des Historischen Vereins von Mittelfranken (1906). Von besonderem Interesse sind in dieser Abhandlung auch die Ausführungen und Nachweise über das Parlieramt, das Amt des städtischen Parliers („der stat parlirer“) im 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Nürnberg.
[41] Es muß hier der Aufsatz von Karstanjen, Zur Verwandtschaft der Gmünder und Prager Meister, Repertorium für Kunstwissenssenschaft XVI, S. 344 ff., erwähnt werden. Karstanjen selbst sagt, daß Heinrich Parler als Angehöriger der Familie Parler auf seinen Familiennamen nicht wohl verzichten konnte, und bestreitet daher die von Neuwirth behauptete Identität des Heinrich Parler mit Heinrich von Gmünd, andererseits aber bezeichnet er ganz gegen diese Auffassung einen Johannes von Gmünd und einen Michael von Freiburg als Mitglieder der Parlerfamilie. Bezüglich des Heinrich Parler, von dem er nicht weiß, wo sein Wirkungskreis vor 1378 lag, kommt er zu dem Schluß, derselbe gehöre der dritten Generation der Parlerfamilie an.