[61] „Item in dem jar (1480) da macht man die neu kirchtür zu sant Sebolt gegen dem rathaus und hieb pei 14 tagen hindurch.“ Jahrbücher des 15. Jahrhunderts in den Städtechroniken, IV, 361. Die Lage ist hier ungenau angegeben. Hierzu die Anmerkung 3. Die Lage ist genauer bezeichnet im Ratsmanual (1480, März 23): „Item ein neue tür zu prechen aus dem chor zu s. Sebolt neben sant Pangratzen cappell unter der Beheim venster. Her Karl Holtschuher, H. Im Hof daz bestellen zu beschehen.“ Die kleine, noch jetzt vorhandene Pforte (später Schautüre geheißen) ist schmucklos. Unverletzt sind die prächtigen Glasmalereien der (an den Wappen kenntlichen) Behaimschen Fenster erhalten, während die St. Pankratiuskapelle in eine Sakristei verwandelt wurde.
[62] „Des jars Marie opferung abent smorgens unter der laudas metten, da pran es zu sant Sebolt hinten pei den glocken: kom aus in der meßnerknecht stublein, im slot.“ Heinrich Deichslers Chronik in den Städtechroniken, V, 554.
[63] Ob eine Galerie, wie sie anläßlich der gegenwärtigen Restaurierung am Westgiebel des Ostchores angebracht wurde, ursprünglich vorhanden war, läßt sich nicht feststellen. Das in Beilage 36 zitierte Gutachten vom 27. Mai 1561 wurde schon mehrmals in der Literatur und sonst veröffentlicht oder behandelt, so in den Mitteilungen des Vereines für Geschichte der Stadt Nürnberg, 8. Heft, 1889, S. 246 ff. Mummenhoff, Die 1561 abgebrochene Galerie an der St. Sebalduskirche, in dem von Hauberrisser und Essenwein unterzeichneten Gutachten über den gegenwärtigen Zustand der St. Sebalduskirche zu Nürnberg und die daraus sich ergebenden Arbeiten, Nürnberg 1882, Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg, G. 8001, 4°, usw. — Bezüglich der Stadtpfeifer siehe u. a. Städtechron., I, 449 (Chronik bis 1434): „lt. ded. 8 lb. 8 β hl, das der freuden tanz gekost hat und daz man gab umb wein und den pfeifern und mesnern und den turnern Sebaldi, als man alle glocken hie in der stat leutet und die pfeifer und trometer auf sant Sebalds kirchen pfiffen und man freudenfeur machet allumbundumb in der stat“… (Kaiserkrönung Sigmunds, 29. Juni 1433) und Städtechroniken, IV, 19 (Tuchersches Memorialbuch 1386–1454): „Item 1433 jar am pfingsttag ward kunig Sigmund gekrönt zu kaiser zu Rom und man tanzt auf dem markt umb das freuden feuer und der stat pfeufer warn auf dem chor sant Sebolt an sant Peter und Paulus tag, und des andern tags tanzt man auf dem haus“ (Rathaus).
[64] Das einschlägige Material im Stadtarchiv Nürnberg, XL, 19: Sebalder Schlag-Thurn. Varia de variis annis, den Sebalder Schlagthurn betr. etwa 1550–1616 und XL, 20: Sebalder Schlag Thurn, die Reparation des Sebalder Schlagthurns A° 1647 betr.
Um 1560: Den gang auf s. Sebalds turn belangend:
Erbar weiser und gonstiger lieber herr paumeister. So der gangk zu s. Sewolt widerumb von stainwerk, in massen wie er itzo vor augen (und dann der ander auch also ist) gemacht werden, so muß man darzu haben 16 stuck von guttem stain, einß 6½ statschuh reichlich lang und 3½ statschuh reichlich hoch und 14 stat zol dieck, mer 1 st. 2½ statschuh reichlich lang und in gemelter hoch und diecke, mer 1 st. 2 statschuh lang auch in erst gemelter hoch und diecken. Dieser letzten zweier stuck dorft man nicht besteln, sint meines bedunken vor verhanden, und so solicher ganng ye von stainwerk, wie obgemelt, gemacht solte werden und mit plei außgegoßen und versetzt wurde, so achte ich gentzlich, ime solt der schwank nichts mehr than vom leüten, wann ime ist eben, als wann ir einen stain one plei auf ein puxen schrauft, so pricht er oder zerspringt paldt, also do auch, wann der morther oder zeug (wie dann geschehen) auß den fugen kumbt, so muß das steinwerck auch prechen, wie dann solichs am andern thurn auch schein ist.
E. E. W.W. diener.Jorg Ungr.
Ohne Zweifel 1561 oder kurz vorher.
Auf vorstehendes Schriftstück beziehen sich offenbar die beiden in dem Akt befindlichen und mit den Nummern 4 und 5 versehenen Zeichnungen. Nr. 4: „Gang auf s. Sebald schlag turn“; etwa 1 : 10; Zeichnung einer halben Seite des Ganges. Nr. 5: Durchschnitt des Ganges mit Maßangabe; etwa 1 : 20; in entsprechender Größe liegt dieser Zeichnung die eines Geländerquadrates mit Ornament bei. Unter der großen Zeichnung: „Item die zwo seiten des gangs auf sant Sebalts schlag durn ein jede gegen aufgang und nidergang ist die leng 26 stadtschuh weniger 3 zoll. Item die andern zwo seiten gegem mittag und miternacht ist ein jede 25 stadtschuh lang weniger 3 zoll“.
Bei beiden großen Zeichnungen ist auf jedes Eck des Geländers eine Kugel von dem Durchmesser der Geländerstärke (= 10") gezeichnet.