Abb. 33. Die aufgefundenen Reste der ehemaligen Galerie am Ostchor.

Hauptgewicht wurde darauf gelegt, daß der Stein rauhes Korn habe, damit er in der zu erwartenden Patina sich den alten Steinen einfüge und nicht wie dies z. B. beim Mainsandstein (siehe Frauenkirche) der Fall ist, durch Beibehaltung seiner Naturfarbe einen zu großen Gegensatz zu seiner Umgebung bilde.

Für die der Verwitterung sehr ausgesetzten Werkstücke, z. B. die Maßwerke der Galerie, fand der harte und wetterbeständige Quarzit aus Wendelstein Verwendung.

Mit der Herstellung der Modelle zu den ornamentalen Skulpturen, die in einer der Bauhütte angefügten Modellkammer zur Ausführung kamen, wurde der Bildhauer und Lehrer an der Kunstgewerbeschule G. Leistner betraut.

Die Untersuchung der oberen Chormauer führte auch zu einer unliebsamen Entdeckung.

Aus den Balken, welche, auf der Mauerkrone aufliegend, den Dachstuhl tragen, waren zu irgend einer Zeit in der Mitte größere Stücke herausgeschnitten worden, so daß der gewaltige Dachstuhl durch den radialen Schub die Mauern hinausgedrückt hatte. Schon zeigten sich bei den Gewölben klaffende Risse. Es war daher notwendig, die Balken wieder zu ergänzen und mit ihnen bei jedem Joch eiserne Verschlauderungen in Verbindung zu bringen.

Auch den großen Westgiebel entlang wurden die auf beiden Seiten ausgewichenen Strebepfeiler durch eine starke Verschlauderung wieder verbunden.

In der Werkhütte nahmen die Steinmetzarbeiten Winter und Sommer über einen guten Fortgang, so daß am 14. Oktober 1889 der erste Stein zur Galerie bei der Ecke über dem Brauttor versetzt werden konnte. Die übrigen Versetzarbeiten wurden bis zum Ende des Jahres fortgesetzt.

1890. Die Versetzarbeiten an der Chorgalerie wurden durch die Witterungsverhältnisse so begünstigt, daß selbst den Winter hindurch keine Unterbrechung stattfand.