Das Dach hinter der letzteren wurde mit Kupfer gedeckt.

Die Hauptarbeit der Hütte für den Herbst und Winter bildeten die Friese, Gesimse und Maßwerke der nördlichen Turmgalerie (Abb. [29]).

Diese Werkstücke waren meist sehr umfangreich, so daß die durch die Kündigung des Lagerplatzes an der Moritzkapelle hervorgerufene Beengung des Werkplatzes sehr unangenehm empfunden wurde.

Die Gerüste des Turmes waren wiederholt geprüft und zu größerer Sicherheit möglichst bequem eingerichtet, auch mit Sprachrohr und elektrischer Glocke versehen worden.

Gegen Ende November wurde mit der Abnahme der alten Galeriemaßwerke begonnen. Diese sowie die Reste des Magistratschores wurden der Stadt überlassen und fanden an der Stadtmauer beim Walchtor Aufstellung. Die meisten Statuen am nördlichen Seitenschiff und Brauttor sowie die überlebensgroße Thomaschristusstatue an der nördlichen Sakristei waren im Laufe des Jahres erneuert worden. Die Anbringung neuer Statuen Luthers und Melanchthons an der Anschreibtüre wurde beschlossen, ihre Herstellung jedoch auf das nächste Jahr verschoben. Auch sollten die Epitaphien und sonstigen Reliefs an der Kirchenwand teils ausgebessert, teils erneuert werden. Beim Eintritt des Winters waren die Hütte mit Herstellung der noch fehlenden Werkstücke für die Turmgalerie und die Modelleure mit Ergänzung der Reliefs beschäftigt.

Durch eine neue Kanalisation der Abfallrohre zum Hauptkanal auf der Nordseite wurde eine Verbesserung des Wasserablaufes hergestellt.

1897. Im Frühjahr konnte mit dem Versetzen an der nördlichen Turmgalerie begonnen werden. Ein Hindernis erwuchs durch eine vorhandene starke Verschlauderung der alten Gesimsstücke, welche während der Bauarbeiten in Funktion erhalten werden mußte, anderseits aber die Auswechselungsarbeiten sehr erschwerte. Es gelang durch eine besondere Art des Zusammengreifens der neuen Werkstücke die Schwierigkeit zu überwinden.

Ende Mai konnte schon mit Herstellung der breiten Kupferrinne begonnen werden. Dann wurden die durchbrochenen Brüstungen versetzt und die oberen Blattkonsolen der Bogenfriese teilweise erneuert. Im Juli begann die Abrüstung.

Zugleich mit dem Abrüsten fand eine umfangreiche Auswechselung von Werkstücken auf den vier Seiten des Turmes von der Galerie abwärts statt, so daß abgesehen vom Dachhelm der Turm Ende November frei von Gerüsten war. Die Restauration des Portals wurde, wie die der Portale überhaupt, auf später verschoben.

Die Bauhütte hatte schon seit dem Frühjahr Werkstücke zum Ausbau der Südseite des Querschiffsgiebels in Arbeit genommen.