Es handelte sich hier um Neuherstellung der Giebelabdeckung, eines Fensters, der Maßwerkgalerie und der Endigung des romanischen Strebepfeilers. Im Juli konnte mit dem Versetzen begonnen werden; im November war der ganze südliche Westgiebel wieder abgerüstet.
Zur Instandsetzung des mit Zinn gedeckten Dachhelmes des nördlichen Turmes wurde bereits im Sommer ein leichtes Gerüst gebaut, da ohne Gerüst über den Umfang der Ausbesserung kein Urteil gewonnen werden konnte. Der Zustand erwies sich als so mangelhaft, daß der Bauausschuß beschloß, die Deckung ganz zu erneuern. Zugleich sprach er sich aus historischen Gründen für Beibehaltung von Zinn als Deckungsmaterial aus. Dieser Beschluß wurde jedoch nochmals schwankend, als sich herausstellte, daß eine große Anzahl von Löchern im Zinn auf eine eigentümliche Art von Korrosion zurückzuführen war, die nach Ansicht von Sachverständigen durch den Einfluß großer Kälte entsteht und sich wie eine Infektion auf andere Zinnteile überträgt.
Die Entscheidung der Materialfrage wurde daher bis zum nächsten Frühjahre verschoben.
Im Oktober wurden die Glocken im nördlichen Turme, deren Geläute während der dortigen Bauarbeiten unterblieb, untersucht und ebenso wie die Glockenstühle ausgebessert.
Um beim Gerüstabbruch am nördlichen Turm das Holzwerk zur Wiederverwendung am südlichen Turm leicht transportieren zu können und für den Arbeitsbetrieb eine bequemere Verbindung zu erhalten, wurden im Sommer beide Türme durch eine hölzerne Brücke verbunden.
Über die Anlage einer Heizung der Kirche wurde im Bauausschuß im Laufe des Jahres wiederholt, jedoch ohne Erfolg beraten. Eine weitere Frage bildete die Restaurierung der wertvollen Glasmalereien. Vorderhand waren jedoch keine Mittel da, um dieser Aufgabe näher zu treten. Unterdessen hatte die Bauleitung alle Vorarbeiten gefertigt, damit die Hütte während des Winters die Werkstücke zur Restaurierung des südlichen Seitenschiffes herstellen konnte.
Am südlichen Turm und am Löffelholzchor wurden Gerüste aufgeschlagen (Abb. [32]).
1898. Bei den Wiederherstellungsarbeiten am südlichen Seitenschiff handelte es sich zunächst um die Tieferlegung des Daches und die Instandsetzung der halbvermauerten Mittelschiffenster, ferner um die Neuherstellung der nur als Reste vorhandenen Strebepfeilerendungen, um Ersatz des unförmlichen den Blasbalg der Orgel enthaltenden Fachwerkaufbaues durch einen kleinen steinernen Aufbau sowie um einen neuen Steinhelm auf dem Treppentürmchen am Südturm, schließlich um Restaurierung der Fenstermaßwerke und des Portales.
Der größte Teil dieser Arbeiten konnte im Laufe des Jahres vollendet werden. Im Frühjahre wurden die Mittelschiffenster ausgebrochen, im Juli mit dem Aufschlagen des neuen Dachstuhles beim Orgelaufbau begonnen.
Eine Verzögerung trat jedoch ein, als sich herausstellte, daß in früherer Zeit der Querschiffgiebel der Orgel wegen durch Ausbrüche so geschwächt worden war, daß mehrere handbreite Risse entstanden waren. Auch war der Steinverband in bedrohlicher Weise gelockert.