Abb. 61. Halleraltar (geöffnet).
Im Schrein zwei in Holz geschnitzte und farbig gefaßte Figurengruppen, links wird die hl. Katharina gerädert, rechts wird sie enthauptet. Auf den beiden beweglichen Flügeln vier Gemälde auf Goldgrund, weitere Darstellungen aus dem Leben der hl. Katharina, innen links die Disputation mit den Philosophen, rechts die Verbrennung derselben, außen links die heiligen drei Könige, rechts der hl. Georg. Die Predellanische, ursprünglich mit Holzskulpturen belebt, ist jetzt leer. Auf den Türen der Predella innen, ebenfalls auf Goldgrund gemalt, sechs Halbfiguren, links die Heiligen Heinrich, Kunigunde und Otto, rechts Christus mit Johannes und Thomas, außen die Familienglieder des Stifters und zwar links die männlichen mit den Wappen der Löffelholz, Löffelholz-Dietner und Löffelholz-Stromer-Sachs, rechts die der weiblichen mit den Wappen der Löffelholz-Züngel, Löffelholz-Kreß und Löffelholz-Stromer.
Unten an der Predella die Inschrift: „Anno domini m cccc liii an s. Thomas tag de Aqiin verschied frav Kunigund Wilhelm Loffelholtzin, der got gnadt.“ In dem Innenraum der Mensa fanden sich einige Knochenreste, eine Gewandspange (?) und kleine ornamentale Bauteile, jetzt im Lapidarium der Kirche. Am Empireaufsatz das Löffelholzsche Wappen.
Bezüglich der Gemälde siehe Thode, Die Malerschule von Nürnberg, S. 118 ff. Gebhardt, S. 145 ff.
Der Halleraltar (Abb. [60], [61]). Im Schiff am zweiten Pfeiler der nördlichen Arkadenreihe. Es ist der in den Urkunden des Mittelalters genannte Erhardaltar und stand noch im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts am dritten Pfeiler derselben Reihe (siehe S. 132). Flügelaltar von etwa 1440–1450. Mittelbild und Innenseiten des beweglichen Flügelpaares: auf gemustertem Goldgrund Christus am Kreuz mit Maria und Johannes, links die hl. Barbara, rechts die hl. Katharina. Der holzgeschnitzte ornamentale obere Abschluß stammt aus der Zeit der letzten Wiederherstellung.
Auf den Außenseiten des beweglichen Flügelpaares Christus am Ölberg mit den schlafenden Jüngern, unten die Stifter mit den Wappen der Haller und Valzner und den Wappen der Haller, Koler und Seckendorf. Auf den feststehenden Flügeln zwei heilige Bischöfe, bezeichnet als Erhard (links) und Gori (rechts), vielleicht jedoch Erasmus und Blasius. Vgl. Thode, Die Malerschule von Nürnberg, Frankfurt 1891; Gebhardt, a. a. O., S. 90 ff., hält den Meister des Halleraltars für einen Vorläufer des Meisters des Tucherschen Altars in der Frauenkirche.
Auf dem Altar die minderwertigen holzgeschnitzten Statuetten einer Verkündigung, 1470–1480.
Am zweiten südlichen Chorpfeiler noch ein kleiner Altarschrein mit holzgeschnitzter Gruppe der heiligen Sippe. Außen die Verkündigung. Auf den Innenseiten der Flügel zur Darstellung des Mittelschreines gehörige Sippenbilder. Der Altar wurde bei der letzten Instandsetzung der Kirche durch Konservator Andreas Mayer in Augsburg wiederhergestellt.