In den beiden Sakristeien sind noch die mittealterlichen Mensen vorhanden.


Die Kanzel am südlichen Eckpfeiler von Ostchor und Mittelschiff. 1859 nach Krelings Entwurf von Bildhauer Lorenz Rotermundt im gotischen Stil ausgeführt. Reiche Schnitzereien an Stiege, Korpus und Baldachin. Braun gebeizt, mit reicher Vergoldung der Ornamente. Auf dem Schalldeckel hohe, bis an das Gewölbe reichende Pyramide; an den fünf Seiten des im Grundriß achtseitigen Kanzelmantels die Brustbilder Christi und von vier Aposteln.

In einer Urkunde vom Jahre 1293 wird ein pulpitum erwähnt, das zwischen den westlichen Vierungspfeilern in der Längsachse seinen Platz hatte und sich somit auf dem durch die Ostkrypta bedingten, bis an das Mittelschiff reichenden Hochchor befand. Vor ihm war der Johannesaltar angebracht.

Von der gotischen Kanzel ist nichts bekannt.

1659 wurde im Zusammenhang mit der Barockausstattung der Kirche eine neue Kanzel errichtet, welche der Leipziger Bürger Benedikt Winkler stiftete und der Schreiner Leonhard Ackermann und der Bildhauer Georg Schweigger ausführten. Von dieser Kanzel hat sich nur die Figur eines auferstandenen Christus erhalten, die ehemals über dem Treppenaufgang angebracht war, auf dem Boden der Nürnberger Königlichen Kunstgewerbeschule wieder aufgefunden wurde und jetzt in einer Nische des Löffelholzchors aufgestellt ist.

2. Plastik.

Einleitung. Der in den vierziger Jahren des 13. Jahrhunderts vollendete spätromanische Bau der Kirche ist auffälligerweise, abgesehen von der ornamentalen Behandlung der Kapitäle und einiger Konsolen, ohne plastischen Schmuck geblieben. Statuen und Reliefs werden nicht nur aus der Zeit der Erbauung, sondern auch aus der nachfolgenden Zeit bis zum beginnenden 14. Jahrhundert überall vermißt. Nirgends eine Spur ehemaliger Befestigung figürlicher Darstellungen und nicht ein einziger Fund, welcher vom alten Bau herzurühren scheint. Die zum Zweck der Feststellung des ersten Grundrisses 1899 vorgenommenen Ausgrabungen waren nach dieser Hinsicht erfolglos. Eine zuverlässige Erklärung des sonderbaren Umstandes ist nicht möglich.

Erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts, im engen Anschluß an die Erweiterungsbauten der beiden Seitenschiffe von St. Sebald, entfaltete sich in Nürnberg eine Bildhauerschule und zwar gleich mit emsiger Tätigkeit, denn eine Menge von Aufträgen wurden ihr zuteil. Zunächst waren die beiden Seitenschiffportale mit Bogenfeldern und das südliche mit den Statuen Katharina und Petrus auszustatten, ferner einige Statuen an den Strebepfeilern des nördlichen Seitenschiffes, die Figuren der Jungfrauen an der Brauttüre und schließlich im Innern die Statuen der zwölf Apostel, des Kaisers Heinrich und der Kaiserin Kunigunde und einige andere Figuren anzubringen. Gewiß ein weites Arbeitsfeld, welches der Schule Gelegenheit bot, ihr ganzes Können zu zeigen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Stadt hatten sich ebenso wie die politischen sehr zu ihrem Vorteil geändert, und so hielten es die Patriziergeschlechter der Pfarrgemeinde für eine Ehrenpflicht, zur reichen Ausstattung der Kirche ausgiebige Beiträge zu leisten.

Was die Qualität der Werke anlangt, so geht die größere Anzahl über die Mittelmäßigkeit hinaus. Eine Arbeit, die Statue der hl. Katharina (Abb. [137], [138]), ist zum Teil von hervorragender Schönheit. Überhaupt ist ein Streben nach Formenschönheit charakteristisch für die Gestaltung fast sämtlicher Bildwerke. Gesichtszüge, Haarlocken, Haltung, Draperie, alles will gefällig erscheinen. Mit jener hl. Katharina zeigt insbesondere ein Kopf am nördlichen Querschiff, möglicherweise das Bildnis des Meisters, sowie das Wappen mit dem sogenannten Jungfrauenadler am gegenüberliegenden Bestelmeyerschen Hause nahe Verwandtschaft. Die Arbeiten gehören stilistisch noch in die Epoche der Hochgotik und zeigen ebenso wie der Neubau der Seitenschiffe verwandtschaftliche Beziehungen zur Freiburger Schule.