Alle wandten sich nach ihr hin, denn bisher hatte jeder seine eigenen Beobachtungen angestellt.

Aber was sahen sie nun!

Ein großer Vierfüßler, am ehesten einem riesigen Löwen vergleichbar, war lautlos in die Lichtung getreten und hatte ohne weiteres sein mächtiges, mähnenumwalltes Haupt auf ihren Schoß gelegt!

Und Lady Flitmore? Sie streichelte ihn!

Der erste Schrecken, den das Erscheinen des gewaltigen Tieres natürlich in ihr erwecken mußte, hatte ihr den leichten Ausruf entlockt; sie hatte den Löwen, wie ihn später unsre Freunde der Ähnlichkeit halber nannten, aber erst bemerkt, als er unmittelbar von der Seite her an sie herantrat und ehe sie noch aufspringen oder sich irgend besinnen konnte, hatte das Tier sich schon niedergelegt, den Kopf in ihren Schoß schmiegend.

Wie es nun mit den großen, klugen und so sanften, harmlosen Augen zu ihr aufblickte, war eine solche Ruhe über sie gekommen und zugleich ein solches Wohlgefallen an dem schönen, stolzen und anscheinend so gutmütigen Geschöpf, daß sie unwillkürlich begann, dies anschmiegende königliche Haupt zu streicheln und zu liebkosen.

Flitmore, besonnen, wie er meist auch in den gefährlichsten Augenblicken war, erhob sich ganz langsam, um das Tier nicht zu erschrecken, dessen vermutlich wilde Natur ja immer noch zum Ausbruch kommen konnte.

Er zog für alle Fälle den Revolver und ging sachte auf seine Gattin zu; der Löwe erhob das Haupt.

„Laß ihn!“ bat Mietje den Gatten.

„Ich tue ihm nichts, wenn er nicht gefährlich wird,“ beruhigte sie der Lord.