„Das ist in der Tat richtig,“ gab Schultze zu. „Aber hören Sie, noch eins erscheint mir rätselhaft: wir befinden uns jedenfalls schon längst im leeren Raum, außerhalb der irdischen Atmosphäre, deren Höhe auf etwa 180 Kilometer geschätzt wird ...“
„Erlauben Sie, daß ich Sie hier unterbreche,“ bat Flitmore: „Wie stellen Sie sich unsere irdische Lufthülle überhaupt vor?“
„Nun,“ erwiderte der Professor: „Man ist der Ansicht, als ob es eine scharfe Abgrenzung der Atmosphäre gegen den Raum überhaupt nicht gebe, sondern bloß einen allmählichen Übergang durch stets zunehmende Verdünnung der Luft.“
„Ganz richtig!“ sagte der Lord: „Aber die Astronomen oder Astrophysiker, die diese schöne Theorie aufstellen, vergessen offenbar, daß die Erde bei ihrem Dahinsausen durch den Raum ihre Lufthülle mit sich nimmt. Wie wollen wir uns das erklären, wenn diese Hülle gar keine feste Grenze hat?“
„Das stimmt!“ meinte Heinz: „Es ist klar, daß die Anziehungskraft der Erde auf die obersten, dünnsten Luftschichten am schwächsten wirkt; in einer bestimmten Höhe muß die Attraktion nicht mehr genügen, um die in den leeren Raum übergehende unendlich verdünnte Luft festzuhalten und somit muß sie alles zurücklassen, was über diese Grenze hinausgeht; wäre also die Atmosphäre ursprünglich ohne bestimmte Grenze gewesen, so müßte sie doch alsbald durch die Fortbewegung der Erde zu einer scharfen Abgrenzung gelangt sein.“
„Ganz meine Ansicht,“ bestätigte Flitmore: „Ich gehe noch weiter; es wäre anzunehmen, daß die Erde immer mehr von ihrer Atmosphäre an den leeren Raum verlöre und die Masse derselben beständig abnehmen müßte.“
„Das leuchtet mir ein,“ meinte Schultze: „Jedenfalls muß die Lufthülle der Erde gegen den Raum scharf abgegrenzt sein, da sie mit der Erde durch die Leere saust.“
„Doch nicht!“ widersprach der Lord.
„Oho!“ rief Schultze verwundert: „Wie wollen Sie dann aus der Klemme kommen?“
„Sehr einfach,“ erklärte der Engländer: „Die Lufthülle der Erde ist nie und nirgends vom raumerfüllenden Stoff scharf unterschieden, weil eben dieser Stoff, der den Raum erfüllt, und den man Äther nennt, nichts anderes ist als Luft.“