„Wir können es wohl, tun es aber nicht ohne Not; denn zu einem Aufenthalt für Lebende sind sie nicht geeignet. Es fehlt ihnen an Pflanzen und an Wasser, sie gleichen leuchtenden Edelsteinen, sind aber tot und nur ein Platz für die Toten. Auch macht ihre starke Anziehungskraft das Wandern und Fliegen dort sehr beschwerlich.“
„Wie macht ihr es überhaupt, daß ihr fliegen könnt?“ wandte sich Münchhausen an Fliorot.
„Wir atmen die Luft in unsere Fluglunge ein,“ erwiderte dieser. „Probiere es doch einmal: sobald sie mit Luft gefüllt ist, schwebt man von selber empor und sinkt erst wieder, wenn man die Klappe öffnet. Wir können das schon als kleine Kinder, warum macht ihr’s nicht ebenso?“
„Aus dem einfachen Grunde, weil wir eine so praktische zweite Lunge nicht besitzen,“ entgegnete der Kapitän.
„Das dachte ich mir,“ fiel nun Bleodila, die Hausfrau, ein. „Bei uns ist diese innere Einrichtung ein Vorzug, den wir vor den Tieren haben, die nur springen können oder Flügel besitzen müssen um zu fliegen.“
„Und durch die Anfüllung euerer Ballonlunge werdet ihr so leicht, daß ihr bis zu den Monden fliegen könnet?“ fragte Mietje weiter.
„Nein, das nicht!“ antwortete ihr der Hausvater anstelle seiner Gattin: „Weiter oben wird die Luft so dünn und leicht, daß sie uns nicht mehr trägt; wollen wir höher gelangen, so müssen wir Fahrzeuge benutzen, die durch die abstoßende Kraft emporgetrieben werden, bis wir die Kraft abstellen und, von dem Monde angezogen, auf seine Oberfläche gelangen.“
„Aha! Meine Fliehkraft!“ rief Flitmore. „Und weiter als bis zu euren Monden reist ihr mit derselben nicht?“
„Das können wir nicht: Die Zwischenluft bis zum grünen Mond, der uns der nächste ist, genügt kaum mehr zum atmen; den blauen haben nur wenige kühne und ausdauernde Fahrer erreicht; den rosa Mond aber, der doppelt so weit entfernt ist, konnte noch keiner erreichen: Die Luft wird zuvor so dünn, daß man umkehren muß, sonst müßte man sterben.“
„Wenn ihr aber in einem verschlossenen Behälter voller Luft aufsteigen würdet?“ meinte der Lord.