45. Heliastra.

Es war wunderbar, wie die Lebensluft Edens Körper und Geist frisch erhielt, stärkte und belebte!

Was ließ sich doch alles an einem Tage ausführen, kam doch zum siebenundzwanzigstündigen Sonnentag nach einer Dämmerstunde die achtstündige Rosennacht, in der noch keine Müdigkeit oder Schläfrigkeit aufkam!

Man ging zur Ruhe, wenn der blaue Mond bereits einige Stunden geleuchtet hatte; man erhob sich gestärkt und munter, ehe der grüne Mond sich zum Untergang neigte: acht bis neun Stunden Schlafs genügten allen Bedürfnissen, so daß der Tag, das heißt die Zeit des Wachens, mehr als 40 Stunden währte.

Was man bei der hier so gesteigerten Auffassungsfähigkeit in wenigen Tagen lernen konnte, merkten unsre Freunde besonders daran, daß sie bald die Sprache Edens verstanden und redeten, als sei sie ihnen von Kind auf bekannt gewesen. Freilich wäre dies nicht möglich gewesen, wenn nicht eben die Verwandtschaft mit der irdischen und namentlich mit der deutschen Sprache, die der menschlichen Ursprache so besonders nahe steht, gewesen wäre.

Eines Abends, als der Rosenmond sein märchenschönes Licht über die Landschaft ergoß, saß die nun so vertraute Gesellschaft auf dem Dache des Hauses.

Gabokol führte mit Schultze und Flitmore ein ernstes Gespräch, dem John andächtig lauschte, sich hier und da eine seiner wohlgesetzten Fragen gestattend.

Mietje unterhielt sich mit Bleodila und der gesetzten Glessiblora über das Leben und Treiben der Frauenwelt Edens.

Fliorot lauschte den fabelhaften Erzählungen des Kapitäns Münchhausen, der an dem Knaben einen eifrigen Zuhörer gefunden hatte.