Etwas abseits saßen Heinz und Heliastra und betrachteten den leuchtenden Sternhimmel, der freilich den Augen der Jungfrau einer höheren Welt noch viel reichere Wunder offenbarte als dem Jüngling der irdischen Fernen.

„Ich liebe die Sterne so sehr!“ sagte die kleine Elfe: „Wie viel leuchtende Sonnen hat doch Gott erschaffen und wie unzählig mögen die Wesen sein, die ihres Glanzes sich freuen! Den helleren Sternen haben wir Namen gegeben und ebenso den Bildern, die durch verschiedene einander scheinbar nahestehende Sterne entstehen, wenn man sie vereint betrachtet.“

„Genau so haben auch wir auf der Erde es gemacht,“ erwiderte Heinz lächelnd.

„Nein! wie merkwürdig!“ rief Heliastra erfreut: „Sieh einmal, dort am Horizont stehen vier Sterne, die einen viereckigen Leib bilden, von dem ein langer Hals emporstrebt; wir nennen das Sternbild, das wohl das deutlichste am Himmel ist, Ligela, nach dem langhalsigen Tier, das ihr Giraffe nennt, wie heißet denn ihr’s?“

Heliastra hatte sich von Heinz fleißig in seiner Sprache unterweisen lassen und wußte schon alle Namen derjenigen irdischen Geschöpfe, die mit denen Edens einige Ähnlichkeit hatten.

„Wir nennen dies Sternbild den Wagen oder den Großen Bären,“ erklärte der Jüngling: „Es gehört auch bei uns zu den bekanntesten.“

Heliastra schüttelte das Goldköpfchen: „Ligela klingt schöner,“ meinte sie; „aber schau, dort drüben sind drei Sterne in einer Reihe und zwei darunter; dieses Bild nennen wir den Thron, Sissal, und den hellen Stern rechts unten Helor.“

„Wir heißen den letzteren Rigel, nehmen aber zum Sternbild noch jene beiden oberen Sterne, links Beteigeuze, rechts Bellatrix, und heißen das ganze Gebilde Orion.“

„Orion! Nein, welch schöner, klangvoller Name!“ rief das Mädchen. „Aber paß auf: die beiden Sterne, die ihr Beteigeuze und Bellatrix benennt, wir aber Fluir und Saila, rechnen wir zum langgestreckten Bild der Schlange, Slipilil; ihr Kopf ist dort links das strahlende Gestirn Glorhel.“

„Das ist Sirius im großen Hund,“ erläuterte Heinz.