„Glaubst du nicht, es sei das Schönste, auch Unrecht zu leiden, nach dem Vorbild des Gottessohns, von dem du so himmlisch Großes und Herrliches zu erzählen weißt? Und dann weiß ich doch, du und deine Freunde, ihr würdet nicht spotten und mir mit Undank vergelten; ihr wäret meine treuen Mithelfer und Mitdulder. O, Freund, es müßte wahrhaft schön sein!“
Heinz betrachtete voll Bewunderung dieses ätherische Wesen, das sein beneidenswertes Glück mit Freuden geopfert hätte, um Lichtstrahlen zu spenden denen, die ihre Finsternis mehr liebten als das Licht!
Ja, wer an der Seite solch einer Seele hätte arbeiten können an der Beglückung der Gequälten und Verirrten!
Heinz hatte schon den Wunsch empfunden, für immer in dieser neuen Welt des Friedens zu weilen und nie wieder in das Elend der Erde zurückzukehren. Aber die hochherzige Gesinnung dieses Mädchens ließ ihn sich seiner eigennützigen Fluchtgedanken schämen: nein! er mußte zurückkehren auf die Erde als ein Kämpfer für Licht und Glück!
46. Überirdische Klänge.
Es fand sich, daß die Photographie den Edeniten nicht unbekannt war.
In Gabokols Wohnung waren die Wände vielfach mit Bildern geschmückt, teils Porträts, teils Landschaftsbilder oder belebte Szenen aus Welt und Leben. All diese Darstellungen erschienen so überaus lebendig und naturwahr, so zart und leuchtend in den feinsten Farbenabstufungen, daß unsre Freunde sich nicht genug wundern konnten über die hohe Stufe, welche die Kunst der Maler hier erreicht habe.
Bald erfuhren sie jedoch, daß es sich nur zum geringsten Teil um Gemälde handelte, daß vielmehr die meisten dieser Kunstwerke nichts andres waren als Lichtbilder in natürlichen Farben.