Nasenfranz gurgelte, fauchte und spuckte, aber seinen Kopf bekam er nicht in die Höhe.
Fritze ließ ihn nach einer Weile los und sagte: »Du – also nu is Schluß!«
Nasenfranz ging zum Möbelwagen, stieß einen seiner Kollegen beiseite, der eben eine Kommode anheben wollte, und schwang sie ingrimmig auf seinen Rücken. Seine Augenbrauen zogen sich finster über seiner verstümmelten Nase zusammen. Es fraß in ihm und verstärkte seinen Groll, daß er an den Dicknischel nicht herangekonnt hatte. Wenn der ihn nicht so unvermutet im Genick gepackt hätte –! Pah! Er war doch nicht etwa schwächer als der.
Der Kutscher kam mit den beiden Lastpferden und schirrte sie vor den Möbelwagen. Die Möbelräumer rafften die umherliegenden Decken zusammen, warfen sie in den Wagen und trockneten Gesicht, Kopf und Hals vom Schweiß. Dann quetschten sie sich alle sechs auf den Kutscherbock, jeder den Arm um seinen Nebenmann legend.
Der Regen hatte stärker eingesetzt und klatschte in großen Tropfen auf das Straßenpflaster.
Klavierfritze überholte mit seinem leichteren Gefährt den Möbelwagen und knallte vorbeifahrend mit der Peitsche. Er und seine beiden Genossen, die mit herunterhängenden Beinen zur Seite des Wagens saßen, hatten die Rockkragen hochgeschlagen und die Mützen tief ins Gesicht gezogen.
Nasenfranz sah lange diesen drei breiten Rücken nach. Das Sichere, Bestimmte, das von ihnen ausging, löste in ihm wieder jenes Staunen aus, in das sich ein leiser Neid mischte.
Seine Gedanken wanderten unruhig durch den Kopf. Die folgenden Nächte konnte er vielleicht wieder in dem Möbelwagen schlafen. Es war jetzt keine Umzugszeit, da würde der Wagen wohl noch eine Weile leer stehen. Dem großen Hund, der ihn neulich angesprungen hatte, konnte er vielleicht einen Knochen hinwerfen.
Sie bogen über einen Platz, auf dem dunkle, regennasse Bäume standen, in eine Straße ein, die geradeswegs in die Stadt führte. Die mächtige breite Straße dehnte und streckte sich. Der dunstige nebliche Himmel hatte sich schwer und beklemmend auf die Dächer der Häuser gelagert. Die Straßenlaternen zu beiden Seiten schwebten wie schwimmende Punkte, zwei lange Ketten bildend, in der Luft. Sie schienen sich ganz hinten zu einem Punkt zu vereinigen, der sich immer weiterschob, je näher man kam.