Die Fünf neben ihm auf dem Kutscherbock sangen ein langsames, getragenes Lied, das eintönig den niederrauschenden Regen und das Rütteln und Poltern des Wagens begleitete.

Und er schloß die Augen.


Hofsänger.

Die Fenster, die nach dem Hof hinausgingen, öffneten sich. Frauenköpfe wurden hier und da sichtbar oder ließen das Fenster, nach einem Blick in den Hof, halboffen stehn.

Ein gefühlvolles Lied schwebte zu den Fenstern hinauf. Vogerl, stiegst in die Welt hinaus, begann es und erzählte von dem Vogel weiter, daß er seine Mutter allein zu Hause ließ.

An manchem Fenster, in mancher Küche wurde das Lied mitgesummt. Es war eine jener Melodien, die, auch wenn man ihnen den Eintritt verwehren wollte, doch durch alle Ritzen und Spalten zu schleichen wissen und schwer zu vertreiben sind. Wie Fliegen, die nicht vom Zucker lassen können und hundertmal wiederkommen, wenn man sie verscheucht.

Unten im Hofe standen zwei junge Leute, beide etwa im Anfang der zwanziger Jahre. Der lange knochige, etwas eckige Mensch mit der schwarzen Strickweste war Hermann, während der andre, der wenig kleiner und schmächtig war, Paul hieß. Paul war der Sänger, während ihn Hermann auf der Mundharmonika begleitete.