Niemals aber ward auch nur mit einem Worte das persönliche Schicksal des Einsamen erwähnt.
In der letzten Stunde aber, da der Kapitän, im Begriffe, nach Europa zurückzukehren, Abschied nahm, begann der Einsame in kurzen allgemeinen Sätzen von einem gewaltigen Erlebnis seiner Vergangenheit zu sprechen, dessen Inhalt er zu Papier gebracht habe. Die Niederschrift wolle er dem scheidenden Freunde als Vermächtnis überantworten.
Er übergab ihm dabei ein versiegeltes Bündel. Die Siegel waren mit einem groben, offenbar selbst geschnittenen Petschaft hergestellt.
An die Übergabe knüpfte er die Bitte, das Bündel nicht zu öffnen, bis die Nachricht seines Todes, für deren Übermittlung er Sorge tragen würde, bei dem Freunde eingetroffen sei. Dann aber könne dieser, wenn er es für richtig halte, den Inhalt der Öffentlichkeit preisgeben.
Vor einiger Zeit nun erhielt der Kapitän auf Umwegen ein amtliches Schreiben des jetzigen Konsuls aus Porto Cabello, in welchem dieser von dem Ableben eines gewissen Markus Geander Nachricht gibt. Der Verstorbene habe in dem Amtsbezirke des Konsulates gewohnt und sei an jener epidemischen Krankheit, die kürzlich die ganze Erde überzog, zugrunde gegangen. In seinem Nachlasse habe sich die Bitte an das Konsulat um Übermittlung dieser Nachricht gefunden.
Und somit läßt der Kapitän das Vermächtnis des einsamen Freundes hinausgehen, des merkwürdigen Mannes, der einen Blick in die Geheimnisse der Zukunft tat und dafür mit ewiger Traurigkeit bezahlen mußte.
Das Vermächtnis des Santo Desnudo.
In Einsamkeit und Schweigen versinken meine Tage.
Wenn aber der Tod die Qual des Lebens von mir genommen haben wird, dann soll der Mund des Mannes nicht mehr stumm bleiben, der einen doppelten Himmel sah, den Himmel des ewigen Kosmos und den Himmel der ewigen Liebe.