Alles Körperliche fiel von mir ab. Ferne Melodien erklangen, und stundenlang lag mein zitternder Leib in der Wollust einer einzigen großen Empfängnis.
Meine Augen wichen nicht von jenem weltenfernen weißen Hauch, dem Andromeda ihren Namen gab. Ein anderer Perseus, war alles, was ich an Sehnsucht aufzubringen vermochte, und alle die Regungen der geheimnisvollen Kraft, die mir dienstbar geworden war, auf jene himmlische Andromeda gerichtet.
Meine Augenlider erstarrten im Krampf des Zwanges zum Geöffnetsein, und die ungeheure Konzentration meiner Seele ließ mich nicht erkennen, daß der Morgen dämmerte hinter den östlichen Bergnachbarn, und der erste Strahl der Sonne emporzuckte über den Felskuppen.
Da fühlte ich, wie aus der Ferne, mehr ahnungsvoll als körperlich, eine fremdartige Veränderung meines Zustandes: eine unbegreifliche Leichtigkeit kam über mich. Leib und Glieder schienen körperlos geworden, in luftiger Form zerflossen, zum Geistigen gewandelt.
Mir war, als schwebe ich frei über meinem Lager. Deutlich fühlte ich, wie ich mich mit langsam wachsender Geschwindigkeit zu heben begann. Ein frischer Luftzug strich über meine Wangen und Hände, ein leises Summen in meinen Ohren wuchs an zu mächtigem Brausen, und in einer heroischen Symphonie von Geigenklingen, Harfenschwirren, Orgelton und hohen Knabenchören, und in einem unbeschreiblich köstlichen Gefühle von Seligkeit schwanden mir die Sinne.
Mein Erwachen war schreckartig.
Kaltes Wasser schlug mir über dem Kopfe zusammen, drang in Mund und Nase und ließ meinen sich öffnenden Augen nichts als blaugrün-gläserne Undurchdringlichkeit.
Ich breitete die Arme aus, um nicht tiefer zu sinken, und fühlte, daß ich wieder stieg. Meine Glieder begannen zu arbeiten.
Ich sah deutlich den Wasserspiegel über mir, und ehe mir der Atem ausging, tauchte ich aus der Flut auf.