Als meine Augen frei wurden, sah ich, daß ich in einem klaren See von mäßiger Größe schwamm.

Um die nahen Ufer standen mächtige dunkle Laubbäume. Unweit der Stelle aber, an der ich auftauchte, war das Walddunkel gelichtet. Eine hellgrüne Wiese breitete sich ansteigend aus. In deren Mitte, in einiger Entfernung vom Wasser, stand ein kleines weißes Haus von kubischer Form mit einem lichtblauen Dache.

Dieser Wiese strebte ich zu. Die Arme zum Schwimmen breitend und die Beine von mir stoßend fühlte ich eine überraschende Kraft. Ein Gefühl von Jugend und Stärke war in mir, als sei eine Erneuerung des Fleisches vorgegangen.

Mein Geist aber widersetzte sich der körperlichen Umwelt. Ich fühlte nicht die Möglichkeit, über meine Lage und meinen Zustand nachzudenken. Den kleinen Ausschnitt des Weltbildes, das mich umgab, vermochte ich nicht mit meinem Denkvermögen in Einklang zu bringen.

Über der Wiese, unweit des weißen Häuschens, ging, strahlend im Frühglanze, die Sonne auf.

Als ich dem Ufer nahe kam, gewahrte ich, was mir die Blendung der morgendlichen Lichtflut bisher verborgen hatte, ein Bild von tiefer Einprägsamkeit.

Am Wasser stand hochaufgerichtet ein Weib. Die Sonne wob aus lichtblondem Haar eine Gloriole um sein Antlitz, und ließ durch das leichte Gewand die Silhouette des schlanken, edelgeformten Körpers erscheinen.

Das Weib breitete wie ekstatisch die Arme aus. Gleich einem lichtumflossenen Kreuz stand die Gestalt vor der Sonne.

Meine Füße fühlten jetzt Grund. In wenigen Augenblicken war ich am Strande, zitternd vor Kälte und Erregung.

Da ließ das Weib die Arme sinken, kniete nieder und senkte tief das Haupt.