Als ich mich im Zimmer umschaute, fand ich zu meiner freudigen Überraschung Kleider und alles, dessen man sonst bedarf, um unter Menschen zu erscheinen. O kluge Irid! Oder ist ein Mann im Hause? Das wäre des Teufels!

Jedenfalls begann ich die Kleider anzulegen, eine Arbeit, die mir einige Mühe verursachte, da der Schnitt, wie ja alles in dieser neuen Welt, ungewöhnlich war.

Die Kleider zeigten eine entfernte Ähnlichkeit mit den griechischen Gewändern und waren gleich diesen buntfarbig, doch hielt ich sie für knapper anliegend. Auch glaube ich nicht, daß die Griechen Taschen in ihren Gewändern trugen.

Zuletzt blieben nur noch die Sandalen übrig, deren Anlegen mir erst nach einigen Mißerfolgen gelang.

Alles paßte glücklicherweise gut, und ich fand mich in einem Spiegel ganz stattlich und leidlich repräsentabel ausschauend.

So verließ ich denn mein Zimmer und trat zögernd auf die Treppe zu dem unteren großen Raume.

Da saß Irid an einem Fenster. Wieder schien die Sonne durch ihr lichtes, ungewöhnlich reiches Haar und schuf einen goldig-zarten Nimbus um ihren schönen Kopf.

Sie hatte ein großes Buch auf den Knien und war derartig vertieft in ihr Lesen, daß sie erst aufblickte, wie ich schon mitten im Raume stand. Solches Versunkensein eines jungen Weibes! Fast schien es, als habe sie geschlafen. Dem aber war nicht so.

Sie legte lächelnd ihr Buch beiseite, erhob sich, breitete die Hände ein wenig aus und machte eine leichte Verbeugung. Ich tat desgleichen.

Ein großer schöner Hund, der neben ihr gelegen hatte, kam auf mich zu, beschnupperte mich und sah mich mit klugen Augen an. Alles schien hier zu fragen. Irid rief ihn mit einem kurzen volltönenden Worte zu sich und lud mich zum Sitzen ein.