Und nun begann wieder dies seltsame, wortlose Fragen, das mir recht unbequem war und mich in Verlegenheit setzte. Fast schien es mir, als ob das junge Weib besondere innere Kräfte besitze, den meinen weit überlegen.
Einige Male schien sie Unbegreifliches in mir zu finden. Dann schüttelte sie lächelnd den Kopf.
Ich kam mir vor, wie in einem stummen Examen und wußte nicht, was alles dies zu bedeuten habe.
Dann aber stand sie auf, nahm mich bei der Hand und führte mich an einen kleinen hübsch gedeckten Tisch, den ich bisher nicht bemerkt hatte. Alles Geschirr darauf war dem unsern ähnlich, nur schien es leichter und von einfachen, edelsten Formen.
Als Irid nun eine kleine Glocke in Bewegung setzte, öffnete sich bald eine Tür neben der Treppe. Ein zweites menschliches Wesen trat ein.
Gespannt betrachtete ich es. Es war ein Weib, nur wenig älter als Irid, gleichfalls groß und gut gebaut, aber starkknochiger und nicht von dem Adel der Herrin. Die Kleidung war von derselben einfachen, losen und wenig verbergenden Art, wie sie Irid trug, aber dunkler. Das schöne, gleichmäßige Gesicht und die Ruhe der Bewegungen schienen kaum einer Dienerin eigen. Sie sprach kein Wort und nahm keine Notiz von meiner Anwesenheit.
Die Dienerin trug ein Mahl auf aus schönen, aber fleischlosen Speisen, denen nicht nur ich, sondern auch Irid kräftig zusprach. Ich freute mich der Feststellung, daß dies überirdische Geschöpf einen ganz menschlichen und, wie mir schien, durchaus irdischen Hunger zeigte.
Als sie einen leichten roten Wein einschenkte und ich, ihr zutrinkend, mein Glas gegen sie hob, lächelte sie fragend. Die Gewohnheit war ihr fremd. Aber gleich verstand sie den Sinn und ahmte nach, was ich ihr vormachte. Als unsere Gläser aneinander klangen, lachte sie belustigt auf.
Nachdem das stumme, aber freundliche Mahl beendet war, erhoben wir uns. Irid nahm mich bei der Hand und führte mich in ihrem Hause umher. Der schöne Hund, den sie Turu nannte, folgte uns.
Wenn auch, wie ich schon sagte, sich nur die nötigsten Gegenstände und Geräte vorfanden, und zwar ohne allen äußeren Schmuck, so schufen doch die edeln Proportionen und die wohl erwogenen Farben aller Dinge umher eine solche Harmonie, daß schönes Behagen und tiefe Ruhe die Wirkung des Gesamtbildes war.