Lustige Schlingels von Bächen springen ihm gelegentlich aus der Nachbarschaft zu, werfen sich sprühend und zischend in seinen Lauf und beteiligen sich an dem übermütigen Treiben. Sie kommen aus Nebentälern, in denen Kakaoplantagen ihre kostbaren Produkte gedeihen lassen oder in dunklen Orangenwäldern die goldenen Äpfel reifen. Im zerklüfteten Tale des Flusses stehen hohe Bäume, Bananen wachsen überall, und auf den Höhen ragen die Kokospalmen.

Ein reiches, überreiches Land, geschaffen für ein Leben in Glück und Friede, wenn seine Bewohner eben nicht – Menschen wären.

Am Flusse entlang ist von Fischern und Plantagenarbeitern ein Pfad ausgetreten und gelegentlich auch in den Felsen eingehauen, den jetzt langsam hinanzusteigen dem solcher Freuden entwöhnten Kapitän eine Wohltat war.

Nachdem er so, sich an der wechselnden Szenerie erfreuend, ein Stündchen einsam emporgeklommen war, bemerkte er, daß jetzt ein anderer Mann vor ihm schritt, den er wohl eingeholt haben mochte.

Allmählich näher kommend, stellte er fest, daß dieser ein Weißer war, ein hochgewachsener, fast riesenhafter Mann von ungewöhnlich schönem, ebenmäßigem Körperbau. Er schritt, sich auf einen hohen Stock stützend, langsam vorwärts. Sein Gang war elastisch, und bei jedem Schritte spielten seine nicht massigen, aber sichtlich stahlharten Muskeln.

Der Mann trug außer einer kurzen leinenen Hose und dem Korkhelm keinerlei Kleidung. Sein Gesicht war nicht zu sehen.

Da man in dieser Gegend außerhalb der Städte selten Weiße zu treffen pflegt, so bedeutete das Auftreten des Mannes ein Ereignis. Der nackte Mann, der wohl gemerkt haben mußte, daß ihm jemand folge, begann jetzt mit seinen langen sehnigen Beinen auszuschreiten, und nun war für den Kapitän nicht mehr daran zu denken, ihn einzuholen.

Dennoch wurde sein Wunsch erfüllt: Weit vorne über einem Grat sah man jetzt zwischen den sich teilenden Bäumen die Silhouette eines Reiters. Vorsichtig und anscheinend müde stieg sein Maultier bergab. Der Reiter schien nicht fest darauf zu sitzen. Er hing stark vornüber.

Als der nackte weiße Mann mit ihm zusammentraf, hielten beide an, und dann war zu sehen, wie der Reiter mit Hilfe des anderen mühsam vom Tiere stieg.

Der Kapitän, an die Gruppe herankommend, sah bald, daß der Reiter, der nur mit einer Hose, hohen braunen Stiefeln und einem kokardengeschmückten Filzhut bekleidet war, am Oberkörper schwere blutende Wunden trug und einen stark geschwächten Eindruck machte.