Als die Dämmerung des nächsten Abends begann, gab mir Irid zu verstehen, daß wir ihren Vater besuchen würden.

Es war mein erster Ausgang auf dem Planeten. Ich nahm an, daß Irid mich bisher geflissentlich zurückgehalten und auch vor Besuchern geschützt habe, weil sie wollte, daß ich mich erst notdürftig in die neuen Verhältnisse einleben solle.

Wir gingen eine kleine Stunde weit auf guten Wegen zwischen hohen Wäldern hindurch und an einigen sorgfältig bestellten Feldern vorbei. Nur wenige Häuser inmitten schöner Gärten standen am Wege.

Die Vegetation glich ganz der meiner Erde, nur wollte mich dünken, als ob die Mehrzahl der hiesigen Pflanzen voller, reicher, üppiger sei. Ganz besonders fiel mir das am Korn auf: die Ähren schienen wenigstens die doppelte, oft auch die drei- oder vierfache Trächtigkeit der unsern zu haben. Gleich Weinbeeren quollen die Körner am Halme.

Die Häuser erwiesen sich durchgängig als vergleichsweise nur klein. Aber alle waren in ungemein wohltuenden Proportionen gebaut und leuchtend in der Farbe. Der geringen Zahl der Häuser entsprach auch die der Menschen, denen wir begegneten.

Diese Menschen waren ausnahmslos groß, gut gewachsen, von schönen Zügen und edler, sicherer Haltung. Ich, der ich daheim als eine Art Riese in meiner Umwelt wanderte, zählte hier unter den Männern keineswegs zu den besonders großen.

Wortlos, wie stets, ging ich neben meiner gut ausschreitenden Wirtin her. Gelegentlich wies sie auf Dinge, denen wir begegneten, und prägte mir ihre Namen ein.

Die Sprache jenes Planeten, um auch dies, was ich erst in mühseligen Studien später erfuhr, schon vorausgreifend zu berichten, ist gegen die unserige ungemein entwickelt: Sie bedient sich der einfachen Wortbegriffe unseres irdischen Inventars lediglich für konkrete Dinge, für ungedankliche Gegenständlichkeiten. Alles Abstrakte, Mentale dagegen drückt sie in merkwürdig konzentriert zusammengesetzten Begriffskomplexen aus, die, wenn man ihre Einzelelemente beherrscht, verblüffend bildhaft, anschaulich, fast anfaßbar wirken und die buntesten und reichsten Zusammensetzungen zulassen.

Gespräche gedanklichen Inhaltes werden dabei wie das Schauen in ein Kaleidoskop: zu immer neuen, überraschenden Bildern formen sich durch die leiseste Bewegung des Geistes die Einzelteile der Gedanken.

Sprachliche Zwischenglieder werden kaum angewendet. Man reiht die Gedankenkomplexe scheinbar verbindungslos aneinander. Bindung geben lediglich die innere Logik und der äußere tektonische Aufbau.