Überhaupt kam der Mensch in dieser sonderbarsten und aufregendsten Zeit, die der Drom je beschieden war, am schlechtesten weg.
Die immer mehr wachsende Überfüllung des Planeten, die sich höchst unzweckmäßigerweise auf einigen ihrer Gebiete einstellte, während andere frei blieben, schuf von selbst die Notwendigkeit der Einteilung und Organisation der sich drängenden Menschheit.
Von jeher hatte in jenen Urzeiten eine merkwürdige Doppelschichtung bestanden, deren Lagerungen sich in unregelmäßigen Perioden veränderten.
Auf der einen Seite war dies die über die ganze Drom hinweggehende wagerechte Schichtung in eine dünne obere Lage und eine dichte untere Lage. Die obere Lage bestand aus den Besitzenden, die untere aus den Besitzlosen. Geistiges hatte damit nichts zu tun. Es handelte sich lediglich um das Materielle.
Dem stand auf der andern Seite die senkrechte Schichtung gegenüber. Sie teilte die Menschheit nach dem Ursprungsorte ihrer Sprachen und Stämme und der geographischen Lage ihrer Wohnsitze in allerhand größere oder kleinere Gemeinschaften, die sich „Nationen“ nannten, meist untereinander bitter verfeindet waren, und sich, wenn es irgend anging, auf das heftigste und in jeder Art bekriegten. Die Kriege pflegten dann die Grenzen der senkrechten Schichtungen über ihre ursprüngliche sprachliche und geographische Lage mehr oder weniger weit hin und her zu schieben, welche Verschiebungen immer neuen Anlaß zu weiteren Kriegen gaben. Oft gar nahmen diese Verschiebungen einen solchen Umfang an, daß eine der Nationen das Gebiet der andern ganz bedeckte.
Gelegentlich einigte man sich in der Menschheit dahin, daß die Kriege von nun an aufhören, und alle einen großen Freundschaftsbund schließen sollten. Diese Einigung pflegte aber nur den Mächtigeren der senkrechten Schichtungen zugute zu kommen, und zwar auch nur so lange, als diese sich untereinander vertragen, ein Zustand, der selten lange anhielt.
Auch die große wagerechte Doppelschichtung der Besitzenden und Besitzlosen änderte oftmals ihre Lage zueinander. Dieser Wechsel war stets von Kämpfen begleitet, die den Kriegen der Nationen an Furchtbarkeit nicht nachstanden.
Die dichtere Lage der wagerechten Schichtung, die Besitzlosen, strebte zudem dauernd danach, das System der senkrechten Schichtung in Nationen überhaupt aufzuheben, weil dieses System ihrem Streben, die Oberhand zu gewinnen, entgegenstand. Wenn tatsächlich die spätere und längere Geschichte der Drom-Menschheit eine solche senkrechte Schichtung der Nationen nicht mehr aufweist, und lediglich die Dichtkunst in Prosa und Vers die schönen Ursprachen jener Epochen auf uns überbracht hat, so ist das aber nicht als ein Erfolg der Schicht der Besitzlosen anzusprechen, sondern lediglich die Wirkung der großen Geisteszeit, die einsetzte, als mit dem Ende der Elektrizitätszeit die Drom-Geschichte einen Gipfelpunkt von goldener und blutroter Strahlung erreicht hatte, wie er nicht höher und machtvoller, aber auch nicht wilder und furchtbarer gedacht werden kann.
Ein gewaltiger, himmelragender Weltberg muß jener Gipfel gewesen sein, umlagert von den großen, immer gärenden und wechselnden Menschheitsorganisationen.
Das Einzelstudium der Geschichte jener Drom-Zeit weist, wie mich Worde lehrte, Organisationsformen der mannigfaltigsten Art auf.