Die Erkenntnis nämlich, daß die Wahrheit, das „Ding an sich“, dem Menschen bis in Ewigkeit verschlossen bleiben wird, daß er seiner Umwelt gegenüber niemals aus der Menschenperspektive herauszutreten vermag, daß alles Denken und scheinbare Wissen nichts ist, denn eine Vorstellung, diese Erkenntnis führte zu dem innigen Wunsche, wenigstens diese Vorstellung zu bessern, zu veredeln, zu vergeistigen. Das Organ aber der Vorstellung ist die Psyche. Ziel und letzte Forderung menschlichen Strebens also ward die Beherrschung der Funktionen unserer Psyche.

Schon inmitten des fürchterlichen Getriebes der Elektrizitätszeit war von einigen wenigen gelehrten und zugleich einsichtsvollen Männern dieser Erkenntniskeim sorgfältig gehütet und gepflegt worden.

Man entdeckte dann in der Großhirnrinde den Sitz der Funktion des bewußten Willens.

In jahrhundertelangem stillen Denken und lautlosem Experimentieren gelang es dem immer größer werdenden Kreise der psychologischen Forscher, denen auch die Biologen und die übrigen Naturwissenschaftler eifrig dienten, als erste Erkenntnisstufe die Funktion dieses Willens derartig klar zu erfassen und in seinen einzelnen Elementen bloßzulegen, daß es darauf nur noch eines weiteren Schrittes bedurfte, um ihn seinem Besitzer, dem Menschen, als Instrument in die Hand zu geben, dessen er sich wie seiner übrigen Organe, Augen und Ohren, Geruch und Geschmack, ja wie seiner Glieder, nun willkürlich bedienen konnte.

Denn so unglaubwürdig es klingen mag, bis dahin hatte der Mensch seinen Willen zwar besessen und sich seiner auch in gewissem Umfange bedient, aber fast ausschließlich zu äußeren Handlungen. Im Innern lag die ungeheure Kraft des Willens brach.

Die Kenntnis der Funktion des inneren Willens nun endigte die Elektrizitätszeit, deren gewaltige Evolution die gesamte Drom-Menschheit zu armseligen Sklaven gemacht hatte.

Ihm trat der Überwinder entgegen, der einzelne Mensch, das Ich des Menschen. In herrschend erhobener Hand schwang er das unbesiegbare Schwert seines inneren Willens.

Nachdem der Mensch sich dergestalt auf sich selbst besonnen und sich von der Materie zum Geiste gewandt hatte, war die erste grundlegende Umformung, deren der neuerkannte Wille sich annahm, die Regelung der Zeugung:

Das frei gewordene Weib ward unabhängig vom blinden Zufall. Der Wille des Weibes bestimmte, ob der Akt der Zeugung, dem sie sich nun frei hinzugeben vermochte, mit der Schaffung eines Menschen enden solle oder nicht, und der Wille des Weibes bestimmte das Geschlecht des von ihm gewollten Kindes.

Ein ungeheurer Rückgang der Geburten war die Folge. Mutter wurde nur das Weib, das den innern Beruf dazu verspürte. Die Zahl der Kinder richtete sich nach der Fähigkeit der Mutter, sie zu erhalten.