„Beinahe eine ’neingehauen, Hansi?“ beharrte ich, „das sieht fast so aus, als ob du ihm schon vorher eine hineinge—“ Aber da war er schon aus dem Zimmer, der beinah hineingehauene Hansi.
In der nächsten Woche zögerte er immer bis zur letzten Minute mit dem Schulgang.
„Hansi, was hast du?“ forschte die Mutter.
„Der Spohrer paßt mir an der Eck’n auf — mit’m Stecken — der — der gemeine Kerl!“
Es wurde immer schlimmer. Unser ganzes Familienleben verspohrerte durch den Hansi. Wir lebten in einer fortwährenden Angst dahin, der Spohrer hätte — der Spohrer wäre — der Spohrer könnte — der Spohrer würde. Nichts Schlimmes gab es auf der Welt, das nicht dem Spohrer zuzutrauen gewesen wäre. Der Spohrer lastete auf uns mit Schicksalsschwere. Morgens, wenn Hansi erwachte: der Spohrer. Mittags, wenn er von der Schule heimkam: der Spohrer. Abends, wenn ihm Mutter am Bettchen seine letzte Sorge vor dem Sandmann abnahm: der Spohrer, immer nur der Spohrer... Nur ein Trost war da für uns spohrergeschlagene Eltern: von dem dunklen Spohrerhintergrunde hob sich hell und strahlend unser Hansi ab.
Eines Tages hat man mich wo eingeladen. Es stellt sich mir ein anderer Eingeladener vor. „Spohrer“, sagt er und verneigt sich. Mir ist, als wenn mich einer mit der Lanze in die Seite stäche.
„Doch nicht der Spohrer?“ fährt es mir heraus. Und da war es wirklich dem Spohrer sein Vater. Ich hätte es übrigens gleich erkennen können, so klein und rundlich, wie er war, dachte ich.
„Ich hätte es übrigens gleich erkennen können, so lang und hager, wie Sie sind“, sagte im selben Augenblick der alte Spohrer zu mir.
Und dann erzählte er mir ein langes und ein breites über meinen Hansi. „Denken Sie,“ sagte er lächelnd, „mein Söhnchen sagt mir, Ihr Hansi behandle ihn zu schlecht.“