Da hatte man eben zärtlich Abschied genommen von den Seinen, als man über die Schiffstreppe heraufstieg. Und gleich darauf durchlebte man die Abschiedszärtlichkeit von neuem.
Da hatte man ein großes Glück genossen vor der Reise. Und gleich darauf wiederholte sich zwangsläufig alles Glücksgefühl von rückwärts.
„Wie ist mir denn?“ sagten die Passagiere der „Vergangenheit“, „hatte ich diesen Gedanken nicht schon früher einmal gefaßt?“
Und die, welche weiße Haare im Vollbart hatten, sahen mit Erstaunen das vergangene Schwarz von neuem aus den Spitzen in die Höhe gehen und das vertriebene Weiß verkroch sich in die Wurzeln.
Und was das Sonderbarste war! Sie erlebten jetzt die Wirkung vor der Ursache.
Eines Jungen Wangen fingen rot zu brennen an. „Uh,“ heulte er, „uh“, und hielt sich die Backe. Und danach erst bekam er von seinem Vater die Ohrfeige, und wieder danach beging er jenen Streich, für den die Ohrfeige vermeint war. Alles war jetzt umgekehrt wie früher.
Erst kam die Sättigung, und wenn man trotzdem aß, so stellte sich der Appetit am Schlusse ein. Man gab sich einen Kuß und fragte danach erst, ob man sich einen geben dürfte. Man legte sich des Morgens ausgeruht ins Bett und schlief sich müd zum Abend vor, stand auf und fing die Arbeit an und wurde munter, immer munterer. Man machte die Entdeckung, daß man mit einer Arbeit fertig war, und war im Handumdrehen erst am Anfang, wo man an dem Federhalter kaute...
Wieder stand Brinkmann neben dem Kapitän auf der Schiffsbrücke.
„Es ist sonderbar,“ sagte der Kapitän, „ich habe darüber nachgedacht und finde, daß jetzt die Welt gerade infolge des rasenden Fortschritts rückwärts geht.“
„Ich denke, wir treiben hier keine Philosophie, Kapitän“, sagte Brinkmann, der Eisenmann.