Hier war es, daß sich die stille, kleine Frau still zu ihrem Mann gesetzt hatte, daß sie langsam ihr gutes Köpfchen zu ihm neigte: „Ach ja, lieber Mann, glücklich wenn wir wären... hm ja, wir sind ja glücklich... glücklich um und um... und ich wünsche mir nur, daß es jetzt so bliebe... hm ja, mein lieber Mann, hm ja...“ Und sie verlebten zum ersten Male selige Minuten ungetrübten Glückes.

Unterdessen lief der Wein und lief, und er stand ihnen jetzt schon glücklich bis an die Lenden, als auf einmal ein zweiter solider Holzschlegel von dem großen Weinfaß herab auf Herrn Schmuckels rechte Schläfe fiel. Pumm, wurde die Stelle seiner vierten Gehirnwindung, wo die patente Fixigkeit zu sitzen pflegt, wieder eine Idee auf die andere Seite gerückt. Es war selbst mikroskopisch nicht der Rede wert. Aber es genügte dennoch, um den alten Schmuckel wieder einzuschalten:

„Was ist denn das für eine Schweinerei!“ schrie er aufspringend, „fix, den Hahn zu — fix, Kathi, holen Sie die Feuerwehr — nein, Kathi, bleiben Sie, fix, Frau, fix, die Eimer her und wieder eingefüllt ins Faß — fix, Kinder, fix — zum Donnerwetter, sag’ ich: fix...!“

Jod

Es ist kein Zweifel mehr. Die Wissenschaft hat’s festgestellt:

Das Blut wird von der Schilddrüse stündlich mit ein drittel millionstel Gramm Jod gespeist. Ohne dieses Jod wird der Mensch ein Idiot trotz aller Schulen, allen guten Willens. Ein Hundertstel Gramm Jod mehr in unserm Blut, und wir fliegen dahin mit lockigem Haar, blitzenden Augen, überschäumender Lebenslust. Ein Tausendstel Gramm weniger, und mit erloschenen Augen schleicht ein Kümmerling zum Grabe.

So die Wissenschaft. Wie das Leben?

Unsere Schulzeugnisse müssen eine neue Spalte kriegen:

Fritz Kugelmaier, Jodgehalt: Befriedigend.